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Kultur Wettbieten um Musikstars: Missbraucht das Mau Steuergeld?
Nachrichten Kultur Wettbieten um Musikstars: Missbraucht das Mau Steuergeld?
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15:01 07.02.2016
Auch Sänger Mark Forster gehört zu den Stars, die im Mau-Club auftreten: Ende 2015 begeisterte er dort mehr als 850 Fans. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Johannes Oerding („Alles brennt“) gehört aktuell zu den angesagtesten Musikstars Deutschlands. Sein Konzert im August im Iga-Park soll einer der Höhepunkte des Open-Air-Sommers in Rostock werden. Doch in der Musik-Szene der Stadt gibt es um den Auftritt mächtig Ärger.

Denn Veranstalter des Konzertes sind der Mau-Club und dessen gemeinnütziger Trägerverein „Zabrik“. Mitbewerber werfen dem Verein nun vor, den Konzert-Markt in der Hansestadt kaputt zu machen – weil das Mau mit öffentlichen Mitteln die privaten, kommerziellen Veranstalter einfach überbietet.

Nach OZ-Informationen haben die Mitbewerber des Mau-Club jeweils um die 20 000 Euro Gage geboten – plus weitere 20 000 Euro für die „Produktion“ des Konzertes. Patzki schweigt zur Summe. Was ihn aber ärgert: „Es ist absolut unglücklich, wenn sich jemand, der von der Stadt subventioniert wird, in den Markt einmischt. Wir kriegen keinen Cent von der Stadt, müssen jeden Euro selbst erwirtschaften.“ Mau und Zabrik hingegen erhalten nach Angaben des Rathauses in diesem Jahr 179 000 Euro.

Thomas Fanter vom Mau versteht die Aufregung hingegen nicht: Der Club organisiere seit Jahren auch Veranstaltungen außerhalb der eigenen Räume — „um die Konzertlandschaft Rostocks zu bereichern“. Ob er andere Anbieter überboten habe? „Das ist mir nicht bekannt.“

Auch das Rathaus hat keine Probleme mit dem Oerding-Konzert. Das Konzert werde jedoch nicht von der Hansestadt gefördert und für Verluste werde Rostock auch nicht haften.



Andreas Meyer

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