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Kultur Wie ein Hund beim Klang des Futterglöckchens
Nachrichten Kultur Wie ein Hund beim Klang des Futterglöckchens
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00:00 22.04.2013
Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Quelle: AFP
Berlin

Der Kultur des Seichten und des Klamauks setzt der peruanisch-spanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa seine Abhandlung „Alles Boulevard. Wer seine Kultur verliert, verliert sich selbst“ entgegen, die jetzt bei Suhrkamp erschien. Die 2012 veröffentlichte Originalfassung der provokativen Schrift sorgte in der spanisch-sprachigen Welt für heftige Kontroversen. Der Autor beschreibt eine Art globalisierter Populärkultur: „Die Weltkultur fördert den Einzelnen nicht, sie verblödet ihn, nimmt ihm Klarsicht und freien Willen, so dass er auf die Angebote der ‚Kultur‘ konditioniert reagiert, wie Herdenvieh, wie der Pawlow‘sche Hund beim Klang des Futterglöckchens.“ Llosa trifft einen wunden Punkt: Quotenhörigkeit verdrängt vielerorts Qualität, sei es im Fernsehen oder in der Debatte um Kultursubventionierung. Doch die Worte des 77-Jährigen sind unerträglich: Die ursprüngliche (Hoch-)Kultur ist ihm zufolge zwangsläufig einer exklusiven Elite vorbehalten, weil nur sie über die geistigen Fähigkeiten verfüge, das Werk gedanklich zu durchdringen. Llosas kulturpessimistische Argumentation gipfelt in einer Verteufelung der sexuellen Revolution, die zum Verlust von Erotik geführt habe. Mit derart banaler Kritik bleibt Llosa hinter seinem eigenen Anspruch zurück.

Mario Vargas Llosa: „Alles Boulevard“ Suhrkamp, 231 Seiten, 22,95 Euro.

Nina May

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