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Kultur Wie ein urkomisches Roadmovie
Nachrichten Kultur Wie ein urkomisches Roadmovie
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00:05 09.02.2017

Dies war der letzte und wohl auch der lustigste Termin der aktuellen Literatour Nord: Tilman Rammstedt las am Dienstagabend in der anderen Buchhandlung Rostock.

Der Schriftsteller Tilman Rammstedt am Dienstag in der Hansestadt Rostock. Quelle: Foto: T. Czarkowski

Mitgebracht hatte der Autor seinen neuen Roman „Morgen mehr“.

Der Hauptheld wird aus einer sehr ungewöhnlichen Perspektive dargestellt: Er ist nämlich noch gar nicht geboren und steht vor der Aufgabe, seine Eltern zusammenzubringen, damit die Zeugung vonstattengehen kann. Die im Jahr 1972 angesiedelte und zuweilen urkomisch erzählte Handlung spielt sich an mehreren Orten ab und entwickelt sich streckenweise wie ein Roadmovie. Ein sehr unterhaltsamer Stoff – das zeigte sich auch in der Lesung.

Thematisiert wurde in der nachfolgenden Diskussion die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte des Romans. Von Januar bis April 2016 hatte der Autor dieses Werk verfasst, jeden Tag ein neues Kapitel auf einer Internetseite veröffentlicht. Andere Autoren waren ihm damals mit Mitleid oder Entsetzen begegnet, erzählte Tilman Rammstedt. Seine Veröffentlichung konnten die Leser auch täglich kommentieren, „davor hab’ ich mich ein bisschen gefürchtet“, verriet der Autor. Hinweisen oder sogar Wünschen der Leser, wie es mit der Handlung weitergehen könne, kam der Autor im Schaffensprozess aber nicht nach, „ein bisschen auch aus Stolz“, gab er zu. Und der Zeitdruck hatte den Autor sogar beflügelt, „denn da blieb keine Zeit für Zweifel“, erläuterte Rammstedt.

Der literarische Stoff hielt auch einer späteren Überarbeitung stand, denn vor der Drucklegung hatte Tilman Rammstedt sein Werk noch einmal redigiert, dabei aber nur wenig geändert und gestrafft. Der Schwung und der Witz blieben erhalten. Einen ungewöhnlich brillanten und „lebendigen Umgang mit literarischen Klischees“ bescheinigte der Literaturwissenschaftler Dr. Lutz Hagestedt auf der Lesung dem Schriftsteller.

Kurz vor der Leipziger Buchmesse vom 23. bis 26. März wird die Jury den Preisträger der Literatour Nord 2016/17 küren und bekanntgeben. Thorsten Czarkowski

OZ

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