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Nachrichten Kultur Wiener Professor berührt von den Bildern seines Vorfahren
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00:14 07.05.2018
Prof. Thomas Brücke (68) aus Wien freut sich über die in Stralsund ausgestellten Bilder seines Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert. Der Maler Johann Wilhelm Brücke (1800 - 1874) war der Bruder seines Ur-Ur-Ur-Großvaters. Viele weitere Geschichten über seine Familie erfuhr der Österreicher von Historiker Andreas Neumerkel (r.). FOTOS (3): MARLIES WALTHER.
Stralsund

Es sei ein sehr berührender Moment, Bilder eines seiner Vorfahren in Stralsund zu sehen. Das sagte der Wiener Professor Thomas Brücke (68), während er vor der Ansicht des Alten Berliner Rathauses des Malers Johann Wilhelm Brücke steht. Der wurde in Stralsund geboren, war der Bruder des Ur-Ur-Ur-Großvaters von Thomas Brücke und hinterließ wichtige künstlerische Spuren. Das und mehr über die Familiengeschichte erfuhr der Neurologe Brücke von Historiker Dr. Andreas Neumerkel. Der Maler Brücke lebte von 1800 bis 1874. Nach der Schulzeit wurde er an der Kunstakademie zu Berlin immatrikuliert. Dort blieb er als freischaffender Maler, nachdem ihn zuvor Studien nach Italien geführt hatten.

Das Stralsund Museum zeigt hansestädtische Kunst aus dem 19. Jahrhundert und bietet sieben Malern eine große Bühne

Im Stralsund Museum werden seine Gemälde jetzt zusammen mit den Werken von sechs weiteren Malern die mit Stralsund verbunden sind, gezeigt. Freitag wurde die Sonderausstellung „Bilder voller Poesie – Stralsunder Kunst im 19. Jahrhundert“ eröffnet – vor großem Publikum und mit einer originellen Einstimmung des Musikhauses Sitte. Die Bilder führen in eine Zeit, als die Hansestadt „zu einem anregenden Ort“ für junge Künstler wurde, denn „nach dem Ende der Napoleonischen Befreiungskriege 1815 begann sich hier langsam eine Kunstszene zu entwickeln“, sagte Kuratorin Dorina Kasten, die diese wunderbare Schau seit zwei Jahren mit ihren Kollegen vorbereitet hat.

Der Muselogin war es auch zu verdanken, dass sich die Eröffnungsgäste durch ihre lebendige Schilderung tatsächlich schnell in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts versetzt fühlten, als sich talentierte junge Leute in der Hansestadt niedergelassen hatten oder nach der Schulausbildung und mit zusätzlichem Zeichenunterricht von hier aus starteten, die Kunstwelt zu erobern. Die Stadt unterstützte die Ausbildung mit der Vergabe von Stipendien. Und kein geringerer als Caspar David Friedrich war es, der den bitterarmen Simon Wagner (1799-1829) mit einem Empfehlungsschreiben unterstützt hatte. Präsentiert werden weiterhin Johann Wilhelm Brüggemann (1786-1866) und sein Sohn Hermann Brüggemann (1822-1894). Mit Scherenschnitten ist der aus der deutschen Kinder- und Jugendliteratur bekannte Stralsunder Dichter und Silhouettenschneider Karl Fröhlich (1821-1898) vertreten. Eindrucksvolle Porträts und Landschaften stammen daneben von Albert Grell (1814-1891), der in Berlin Professor wurde. Ja, und dann das pralle romantische Küstenlandschafts-Leben von Antonie Biel (1830-1880) – einzige Dame in der Runde, die sich zu Lebzeiten einen Namen in der von Männern dominierten Szene machte. Signiert aber hat sie mit A. Biel, um nicht zu verraten, dass sich dahinter Antonie und nicht Anton verbarg.

Mehr über die „Bilder voller Poesie“ erfährt man auch im Band II der neuen Schriftenreihe des Museums, finanziert vom Förderverein. Die Ausstellung ist bis zum 7. Oktober zu sehen

Marlies Walther

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