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Kultur „Wir klatschen schriftlich“
Nachrichten Kultur „Wir klatschen schriftlich“
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00:00 06.06.2017
Hamburg

. „Ich komme aus der Schweiz. Wir haben keine Emotionen, wir haben Geld. Und wir klatschen schriftlich“ – mit Wortwitz und Eloquenz, gepaart mit trockenem, schwarzen Humor hat Hazel Brugger die Lacher von Anfang an auf ihrer Seite. Mit versteinerter Miene und hölzerner Körperhaltung trägt die 23-Jährige eine selbstverfasste Feuilleton-Kritik über ihren Auftritt vor. „Brugger weiß auch unterhalb der Gürtellinie zu begeistern“, scherzt sie am Pfingstsonntag im Hamburger Stadtpark.

Das Publikum der „Best of Poetry Slam“-Veranstaltung ist entzückt, mehr als 3000 Zuschauer lauschen den Wortakrobaten. Die Regenwolken vom Vormittag haben sich verzogen, die letzten Sonnenstrahlen des Tages wärmen die Besucher, die sich auf der sattgrünen Wiese auf Picknickdecken ausgebreitet haben.

Ursprünglich im Millerntor-Stadion geplant, wurde der „Slam“ kurzfristig in den Stadtpark verlegt. In den sozialen Medien ernten die Veranstalter dafür teils bitterböse Kritik. Moderator Michel Abdollahi nimmt es mit Humor und die Nörgelei zum Anlass, einige Facebook-Kommentare zum Ortswechsel auszuzeichnen. Danach wählt er aus dem Publikum fünf Leute aus, die in der Vorrunde als Jury des Literaturspektakels fungieren.

Als „Special Guest“ betritt der Brite Harry Baker die Bühne. Der Mathematiker und „Poetry Slam“-Weltmeister überrascht das Publikum mit nahezu perfekten Deutschkenntnissen. Dann beginnt der Wettbewerb.

Jan Philipp Zymny, zweifacher deutscher „Poetry Slam“-Meister, hält ein Plädoyer für die Andersartigkeit. Doch genauso wie Lyrikerin Jule Weber, die zwei poetisch-gefühlvolle Texte vorbereitet hat, kann sich der 24-Jährige nicht gegen seine Konkurrenten Brugger und Felix Lobrecht durchsetzen, die am Ende ins Finale ziehen.

Zwischen Vor- und Endrunde sorgt Sänger und Gitarrist Gisbert zu Knyphausen für musikalische Unterhaltung. Neuköllner Lobrecht kokettiert mit Berliner Akzent und leicht prolligem Image. Der durchtrainierte Comedian kann die Zuschauer aber nicht so überzeugen wie Brugger. Mit tosendem Applaus kürt das Publikum sie zur Siegerin. Wie bei „Poetry Slams“ üblich erhält sie als Preis eine Flasche Whiskey. Zusätzlich überreicht Abdollahi ihr noch einen Pokal.

Für die Studentinnen Lara (21) und Alexandra (22) ist es der erste Besuch eines „Poetry Slams“. „Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein“, sagt Lara. Ihre Begleitung nickt . „Ich habe sehr viel gelacht. Die Künstler waren toll“, sagt Alexandra. „Wir sind zwar weit über dem Altersdurchschnitt des Publikums, aber wir hatten trotzdem genau soviel Spaß wie die jungen Leute“, berichtet Besucherin Elke (53), die zusammen mit ihrem Lebensgefährten Peter (61) gekommen ist. Mit einsetzender Dämmerung gehen alle zufrieden nach Hause.

Wiebke Dördrechter

OZ

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