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Kultur „Wir verstehen uns als Fenster“
Nachrichten Kultur „Wir verstehen uns als Fenster“
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00:00 08.10.2018
Udo Schneider und Iris Kunz in der Komödie „Ein Knochenjob“. Wegen der großen Nachfrage ist die Aufführung vom Gustav- Adolf-Saal in der Jakobikirche ins Große Haus am Olof-Palme-Platz verlegt worden. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt führen ihr Stück am kommenden Sonntag zweisprachig auf. FOTOS (2): VINCENT LEIFER
Stralsund

Da soll noch einer sagen, Kultur sei unerschwinglich. Das gilt aber nicht für das Theater Vorpommern in Stralsund. Denn dort gibt es am kommenden Wochenende gleich drei Vorstellungen, für die kein Eintritt erhoben wird. Grund dafür sind Fördergelder der EU und die ersten Deutsch-Polnischen Theatertage der Via Teatri, einer Initiative des Theaters Vorpommern zusammen mit der Opera na zamku in Stettin und den Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

Theater-Intendant Dirk Löschner will Kooperation mit polnischen Nachbar-Bühnen weiter ausbauen

Die Aufführungen

12. Oktober: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“

13. Oktober: „Die Mitschuldigen“

14. Oktober: „Ein Knochenjob“

Eintritt: frei. Trotzdem muss man

die Karten an der Theaterkasse

erwerben.

Parallel zu den Aufführungen findet am Sonnabend im Foyer auch ein öffentliches Netzwerktreffen „Theater-Hanse“statt. Dabei soll es um die weitere Kooperation und den gegenseitigen Austausch von Inszenierungen im gesamten Ostseeraum gehen. Es versteht sich als Fortführung einer 2017 gefassten Idee, die, wie Hans Heuer, Chef der Öffentlichkeitsarbeit am Theater, sagt, schon reichlich, vor allem mit kleineren Maßnahmen, mit Leben erfüllt wird.

Gerade sei er von einer Theaterfahrt mit sage und schreibe 114 Teilnehmern an die Schwedter Bühne zurückgekommen, erklärt er. Diese Touren, die es auch schon nach Stettin gab und in Kürze zur „Fledermaus“ nach Stralsund führen werden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei den Theaterfreunden. Für Heuer sind sie neben Messebesuchen, Fotoausstellungen und anderen Aktivitäten ein Puzzleteil für eine Ostseeraum übergreifende Kooperation mit mehreren Häusern, die das Theater Vorpommern anstrebt.

„Wir verstehen uns als Fenster, von dem aus wir uns um mehr positive Wahrnehmung gerade auch zu unseren polnischen Nachbarn bemühen“, erklärt Intendant Dirk Löschner die Intention des am Wochenende stattfindenden Treffens. „Uns muss interessieren, was jenseits der Grenze passiert“, fügt er hinzu.

Und da gibt es durchaus schon Interessantes, von dem sich die Besucher von Freitag bis Sonntag auf der großen Bühne in Stralsund auch überzeugen können. Am Freitag, 12. Oktober, wird „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ als Tanzstück mit dem berühmten Soundtrack von David Bowie aufgeführt. Den Abend präsentieren Künstler der Opera na zamku aus Stettin.

„Ein deutsches Thema auf einer polnischen Bühne. Schon allein das sei bemerkenswert“, findet Löschner. In dem mittlerweile weltbekannten, auch verfilmten Roman von Christiane F. wird die Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher im Westberlin der 1980-er Jahre behandelt. Robert Glumbek hat das Tanzstück erarbeitet. Er ist hierzulande kein Unbekannter, denn viele Theatergänger erinnern sich bestimmt noch an die Open-Air-Inszenierungen „Rock ‘n‘ Ballet“ und „Soul of Ballet“ auf der Bühne vor dem Hansa-Gymnasium Auch der zweite Abend (13.Oktober) verspricht Unterhaltung vom Feinsten. Denn das Theater Vorpommern zeigt seine Schauspielinszenierung „Die Mitschuldigen“ mit polnischen Übertiteln, weil zur Aufführung auch zahlreiche Gäste aus Stettin erwartet werden. Die dazu notwendige Technik konnte ebenfalls durch Fördermittel angeschafft werden, wie Heuer sagt.

In dem Lustspiel, das Ostern in Stralsund erfolgreiche Premiere feierte und das Goethe bereits mit 20 Jahren verfasste, geht es um Doppelmoral, Scheinhaftigkeit und Spießbürgertum. Die Szenerie wurde in die deutsche Wendezeit verlegt, was dem Ganzen noch eine besonders komische und unterhaltsame Note gibt.

Tags darauf, am Sonntag, 14. Oktober, zeigen die Uckermärkischen Bühnen Schwedt dann ihre Komödie „Ein Knochenjob“. Wegen der großen Nachfrage musste die Aufführung bereits vom Gustav-Adolf-Saal in der Jakobikirche ins Große Haus am Olof Palme Platz verlegt werden.

Das Stück ist zweisprachig. „Man versteht es aber dennoch gut, versichert Hans Heuer. Die Uckermärkischen Bühnen in Schwedt seien für ihn bereits ein Paradebeispiel für gelebte deutsch-polnische Zusammenarbeit. Hier ist es schon lange Usus, dass auch das Weihnachtsmärchen einen Tag in deutscher und den nächsten Tag in polnischer Sprache aufgeführt wird, nennt Heuer eine ihn offenbar imponierende Aktivität.

Reinhard Amler

Monika Ortmann aus Wittenhagen stellte schon in Havanna, Chile und Argentinien aus. Aktuell plant sie ein weiteres Projekt, das sie nach Brasilien führen könnte.

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