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Kultur Wolfgang Friedrich aus Rostock stellt in seiner Geburtsstadt Torgau aus
Nachrichten Kultur Wolfgang Friedrich aus Rostock stellt in seiner Geburtsstadt Torgau aus
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00:06 05.05.2018
Die Plastik „Flacher Kopf im Wind“ (Bronze, 2011) von Wolfgang Friedrich Quelle: Foto: Ingrid Leps
Torgau

Wolfgang Friedrich stellt jetzt in der Kleinen Galerie Torgau aus. Der Mensch steht im Zentrum von Friedrichs Universum und wird in Vergänglichkeit und Gefährdung bewusst gemacht. So fächert ein kleinplastisches Figurenensemble in römisch-griechischem Gewand die Tragik eines Kampfes auf, der von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Friedrichs Bronzen beeindrucken in Schönheit und Verletzlichkeit, im Ausdruck subtil strukturierter Oberflächen.

Fotocollagen im Treppenhaus zeigen, dass sich Friedrich, der in den 70er Jahren an der Dresdner Kunsthochschule von Gerd Jaeger und Walter Arnold geprägt wurde, bei aller Liebe zum kleineren Format auch der Herausforderung großer Bildwerke stellt. Mit Arbeiten im urbanen Raum hat er sich als maßgeblicher Bildhauer Norddeutschlands ausgewiesen. Von ihm kommen das Stadtmodell von Neustrelitz, die Gewandfiguren am Aufgang zur St. Petrikirche, Glocken für die Marienkirche, die lebensgroße Metis, allwissende Göttin, für die Uni in Rostock.

Seine philosophische Deutung der Welt lebt der Künstler gern im Zweidimensionalen aus. Seine Kohle- und Kreidezeichnungen bestechen in Vitalität und pulsierend verdichteter Linienführung. Tiefe und Volumen intensivieren seine Radierungen, von denen die poröse Struktur von Stein aufgenommen wird. In Farbigkeit mit Türkis und Meergrün als Grundton beschwört Friedrich in seinen collagierten Gouachen magische Unterwasserwelten. Sie folgen zwischen Ruinen, Korallenriffs und Plankton, zwischen Statuen, Obelisken und Quadern dem Einfall des Lichtes, Brechungen, Spiegelungen und Verzerrungen durch den Rhythmus der Wellen.

Zum Ausstellungsort, dem sanierten kurfürstlichen Freihaus, hat Friedrich als gebürtiger Torgauer, Jahrgang 1947, persönlichen Zugang: Als Kind ging er hier bei Verwandten aus und ein. Die Wandmalereien, die bei der Sanierung freigelegt wurden, stammen aus der Renaissance und entstanden zur Blütezeit Torgaus, auf die sich ein Hauptexponat der Schau bezieht. Für die Schau hat Friedrich in PVC und Wachs eine vergrößerte Variante des Modells geschaffen, mit dem er sich 1999 an einem Wettbewerb für den Torgauer Marktbrunnen beteiligte. Die Entscheidung fiel gegen seine Stele.

Die Torgauer Ausstellung ist Nachklang zu Friedrichs 70. Geburtstag ist Teil einer Werkschau, die von der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow gezeigt wurde.

Inge Leps

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