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Kultur Zehntausende „Metalheads“ rocken in Wacken
Nachrichten Kultur Zehntausende „Metalheads“ rocken in Wacken
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00:00 06.08.2016
Heizte den Festivalbesuchern am Donnerstag ein: Die britische Band Whitesnake. Fotos (4): Axel Heimken

Als Foreigner auf der großen Bühne gerade einen Popsong spielen, ist die Wackener Feuerwehrkapelle 300 Meter daneben auf der Straße nach Mendocino unterwegs. Von der Wackinger Stage hinten im Gelände bringen die Red Hot Chili Pipers ihren Dudelsack-Rock unter die Leute.

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Heavy-Metal-Band Skyline eröffnet 27. Wacken Open Air / 75000 Besucher aus aller Welt

Arte Concert zeigt heute folgende Konzerte im Livestream: Borknagar (15.40 Uhr), Metal Church (17Uhr), Therion (18.15 Uhr), Steel Panther (19.35 Uhr), Clutch (20.55 Uhr), Triptykon (22.15 Uhr), Parkway Drive (0.40 Uhr), Arch Enemy (1.55 Uhr)

Es ist ein Irrtum, dass es sich in Wacken um ein Heavy-Metal-Festival handelt, es ist längst ein Gesamtkunstwerk geworden. Eine Mischung aus Volksfest, Jahrmarkt und Rock’n’Roll, aus Westkurve und Kindergeburtstag, nur friedlicher. Im 27. Jahr seines Bestehens weiß man, was einen erwartet. Wer Wacken bestellt, bekommt Wacken geliefert. Und weil wieder 75000 Leute aus aller Welt angereist sind, macht man offensichtlich nichts falsch.

Es gibt Pfahlsitzen und Wrestling, es gibt Indisch-Ayurvedische Spezialitäten und Chili con Hirsch. Es gibt eine 30 Meter lange Schlange vor dem Wacken-Stand, wo man Wacken-T-Shirts, Fliegenklatschen oder die Wacken-Badeente kaufen kann. Es gibt Axtwerfen, Armbrustschießen, Schwertkämpfe und irgendwo sicher auch einen Stand für Druidenbedarf und Hexenzubehör. Und es gibt natürlich Musik. Am Donnerstag, dem ersten richtigen Festivaltag, grüßt vor allem die Vergangenheit. Saxon sind da, fast vierzig Jahre dabei und längst gute Bekannte in Wacken. Die Juke-Box-Helden von Foreigner spielen sich durch ihr langes Greatest-Hits-Programm. Whitesnake stehen auf der Bühne, die Band des ehemaligen Deep-Purple-Sängers David Coverdale, die auch die Frisuren aus den Siebzigerjahren hinübergerettet hat und sogar Platz findet für ein Drum- und ein Bass-Solo. Am Ende spielt der Schlagzeuger mit bloßen Händen, die Zehntausende sind zufrieden.

Aber Wacken ist natürlich auch Schlamm. Ist Regen, der aus Wolken fällt und das Gelände in etwas verwandelt, das man nicht betreten möchte. Am Mittwoch hat er alles aufgeweicht, aber das gehört zur Wacken-Folklore. Als spät am Donnerstag Iron Maiden auf der Bühne stehen, setzt wieder Regen ein. Aber es ist egal. Die Band aus England ist für die meisten die Attraktion in diesem Jahr. Sie haben gerade eine Welttournee hinter sich, mehr als siebzig Konzerte von Mexiko bis Litauen, zum Abschied spielen sie in Wacken. Wer wollte, konnte sich das im Arte-Stream im Internet ansehen – Agenturfotografen waren nicht zugelassen.

Am Freitag stehen unter anderem Blind Guardian und Testament auf dem Programm, am Sonnabend Twisted Sister. In der Nacht zu Sonntag ist Schluss. Dann packen sie zusammen in Wacken und werden, wenn die Tickets für 2017 im Handel sind, nach ein paar Stunden wieder „Ausverkauft!“ vermelden. Wie jedes Jahr.

Peter Intelmann

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