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Kultur Zerbrechlicher Elektro-Pop auf dem Altar
Nachrichten Kultur Zerbrechlicher Elektro-Pop auf dem Altar
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00:00 02.12.2017
Die Hamburger Band Hundreds gastierte am Donnerstag Abend in der Rostocker Heiligen-Geist-Kirche. Quelle: Foto: Matthias Schümann

Rostock. Es war wie eine Familienfeier: Als Vorband trat das Hamburger Duo Joco auf. Zwei junge Frauen mit glockenhellen Stimmen und sparsamer elektro-akustischer Instrumentierung, an Klavier, Keyboards inklusive Elektro-Schlagzeug und Gitarren und a capella, zum Ende. Das Besondere an Joco: Josepha und Cosima, aus deren Vornamen der Bandname entstand, sind Schwestern. Das passte perfekt zur Hauptband des Abends in der Heilig-Geist-Kirche Rostock, denn Eva und Philip Milner sind ebenfalls Geschwister. Sie nennen sich Hundreds. Familiär war die Stimmung bei ihrem Konzert am Donnerstag in Rostock auch, weil die Band regelmäßig in Rostock auftritt.

Die Milners sind auf der Bühne sehr in sich gekehrt, Philip in seine Keyboards gebeugt, Eva versunken und barfuß mit sich selber tanzend in der Bühnenmitte. Die Musik ist fragil, noch zerbrechlicher als auf den letzten Konzerten – zum versonnenen Zuhören. Songs, die dazu da sind, sich von ihnen aufsaugen zu lassen. Insofern war es eine gute Entscheidung des veranstaltenden MAU-Clubs, das Konzert in die Kirche zu verlegen.

Gerade haben Hundreds eine EP mit Songs in musikalisch abgespecktem Gewand veröffentlicht, die Tour wurde als elektro-akustisch angekündigt. Keyboards und Computerbeats nebst Schlagzeug waren zu hören, aber die mitreißenden Techno-Nummern vergangener Konzerte blieben aus. Dafür gab es viel Piano-Klänge mit Hall, passend zum Kirchenraum mit dem modernen Kreuz an der Rückseite der Altar-Bühne und den Musikern. Songs wie „Un-unify“, „Spotless“ oder „Flume“ oder „Happy Virus“ von der ersten Platte des 2008 gegründeten Duos erschienen so ätherisch gelöst und mit einer Leichtigkeit, die immer mal wieder in finstere Melancholie umschlug. Im Lauf des Konzerts gab es ein paar üppigere Arrangements aus synthetischen Klängen, aber der kammermusikalische Charakter dominierte. Für das Publikum in der gut gefüllten Kirche dürfte das Konzert ein gelungener Tourneeauftakt gewesen sein, für die Band auch, die sich auf Facebook für den Zuspruch bedankte.

Matthias Schã¼mann

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