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Kultur Zum 80. zeigt Horst Bartnig Konkrete Kunst in Greifswald
Nachrichten Kultur Zum 80. zeigt Horst Bartnig Konkrete Kunst in Greifswald
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00:05 14.11.2016
Seit 50 Jahren Vertreter der Konkreten Kunst: Maler Horst Bartnig (l.) mit dem Greifswalder Galeristen Hubert Schwarz. Quelle: Stefanie Büssing

3622 Variationen eines Themas zu schaffen – damit dürfte Horst Bartnig als Künstler einzigartig sein. „Mathematik kann manche verstören, aber sie fehlt in der bildenden Kunst“, sagt der 79-Jährige. Nicht so bei dem Berliner Künstler. Seit 50 Jahren hat er sich der Konkreten Kunst verschrieben und zahlreiche Preise entgegengenommen – nicht zuletzt, wegen seiner unkonventionellen Arbeitsweise: Mit Hilfe komplexer Berechnungen lässt er aus geometrischen Formen, Flächen und Farben einzigartige Kunstwerke entstehen.

Unter dem Titel „Horst Bartnig – Konkret“ zeigt der Greifswalder Galerist Hubert Schwarz zum 80. Geburtstag des Malers, (Computer-)Grafikers und Plastikers 13 Werkgruppen aus verschiedenen Schaffensphasen – darunter Malerei und Druckgrafik.

Bartnigs Bilder faszinieren und irritieren, doch vor allem: Sie lassen sich nur schwer in Worte fassen. Zwei Systeme hat der Künstler entwickelt und in verschiedenen Werkgruppen durchgearbeitet:

„Unterbrechungen“ und „Variationen“, nennt er sie. Bei Ersteren arbeitet Bartnig mit fortlaufenden Linien in verschiedenen Farben, die immer wieder unterbrochen werden. Je nach Anzahl der Unterbrechungen entstehen verschiedene Muster. Auch Quadrate haben es ihm angetan. Durch die verschiedene Anordnung mehrfarbiger Quadratgruppen schafft er zahlreiche Variationen: Allein 70 davon hat er auf einem der Bilder verewigt, die in der Ausstellung hängen. Das Besondere: Für die komplexen Berechnungen der Bildfolgen arbeitet er seit 1972 mit einem Physiker des Zentralinstituts für Kernforschung Rossendorf bei Dresden zusammen und nutzt seit 1979 auch sowjetische Großrechenanlagen in Berlin-Adlershof.

Dabei hat der in Schlesien geborene Künstler, der nach einer Malerlehre die Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg besuchte und neben der Kunst als Bühnenmaler tätig war, seine künstlerischen Wurzeln im Gegenständlichen. „Ich habe dann begonnen, immer mehr zu abstrahieren. Irgendwann saß ich auf der Wiese mit meinen geometrischen Formen und dachte, es geht nicht mehr“, erinnert er sich.

15 Jahre habe er gebraucht, um den Weg von der Abstraktion zur Konkreten Kunst zu gehen. Bereut hat er seine Entscheidung nie: „Egal welche schrecklichen Dinge in der Welt passieren, meine Bilder kann man immer angucken“, sagt Bartnig.

Auch Galerist Hubert Schwarz hat er überzeugt: „Konkrete Kunst habe ich noch nie gezeigt. Aber es ist eine Facette der Malerei, die ich sehr spannend finde.“ Horst Bartnig „Konkret“, bis 21. Januar 2017, Lange Straße 21, Greifswald

Stefanie Büssing

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