Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Zurück zum Eklat: Bayreuth vor dem Start
Nachrichten Kultur Zurück zum Eklat: Bayreuth vor dem Start
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 22.07.2016

Eigentlich war der Plan ein anderer: Skandal-Künstler Jonathan Meese sollte Richard Wagners letzte Oper in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen als Regisseur auf die Bühne bringen, Andris Nelsons sollte dirigieren.

Doch bei der Premiere des „Parsifal“ am 25. Juli wird keiner der beiden dabei sein. Meese wurde bereits 2014 vom Grünen Hügel verjagt – angeblich weil sein Konzept zu teuer wurde. Und Nelsons warf nur vier Wochen vor der Eröffnung der Festspiele das Handtuch und wird nun kurzfristig von Hartmut Haenchen ersetzt. Nicht einmal Festspielleiterin Katharina Wagner persönlich konnte Nelsons zum Bleiben bewegen.

„Das hat mich viel Kraft und Anstrengungen gekostet“, sagt Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der für den geschassten Meese die „Parsifal“-Inszenierung übernommen hat. „Auch die Sänger waren natürlich sehr verunsichert.“ Haenchen wisse aber, „wie’s funktioniert“ und so sei Laufenbergs Inszenierung mit der Musik zusammengewachsen. „Die Wunde ist noch nicht geschlossen – aber sie heilt.“

Gerüchte, der musikalische Leiter Christian Thielemann habe sich zu sehr in seine Arbeit eingemischt, halten sich hartnäckig, auch wenn Thielemann das gute Verhältnis zu dem Dirigentenkollegen betont und sagte: „Ich bin mit ihm fast befreundet.“ Der Sprecher der Festspielleitung, Peter Emmerich, spekulierte lieber, die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen rund ums Festspielhaus könnten die Künstlerseele Nelsons gestört haben. Seit Wochen nämlich ist das Festspielhaus eingezäunt – wohl zum ersten Mal in seiner Geschichte. Wer das Haus betreten will, braucht einen Sonderausweis, zum ersten Mal herrscht auch eine Akkreditierungspflicht für Journalisten und Fotografen, die am roten Teppich vor dem Festspielhaus auf die Prominenz warten wollen. Terrorangst in Bayreuth. Bei den Festspielen ist man nicht sonderlich glücklich darüber. Regisseur Laufenberg hadert offen mit dem Sicherheitskonzept. B. Schultejans

OZ

Mehr zum Thema

Der Greifswalder Polizist Nikolaus Kramer, 39, will für die AfD in den Landtag ziehen. Was wollt ihr von ihm wissen, hatte die OZ auf Facebook gefragt – und es hagelte Reaktionen. Fragen und Antworten hier zum Nachlesen.

20.07.2016

Landtagskandidaten der Grünen lehnen touristische Großprojekte ab / Insel müsse für die Enkel noch lebenswert sein

21.07.2016

Die, die da sind, sind entspannt. Doch viele Urlauber sind gar nicht erst an die türkische Riviera gekommen. Die Angst vor dem Terror war groß - nach dem Putschversuch und der Verhängung des Ausnahmezustands steigt die Verunsicherung. Für die Urlaubsgebiete ist das verheerend.

28.07.2016

Rostocks erste Privatgalerie feiert am 31. Juli ihr 30-jähriges Jubiläum / Kunden kommen aus ganz Deutschland

22.07.2016

Solvig Klingbiel (49) unterrichtet Deutsch, Englisch und Sport an der Integrierten Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“

22.07.2016

Schwarzer Pagenkopf, porzellanweißer Teint und rot geschminkte Lippen: So steht Mireille Mathieu seit Jahrzehnten auf der Bühne.

22.07.2016
Anzeige