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Kultur Zuschauer, nehmt euch in Acht
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00:00 06.03.2013
Eine Komödie, die die Welt nicht braucht: "Hai-Alarm am Müggelsee". Quelle: X Verleih

Bestellerautor und Element-of-Crime-Sänger Sven Regener ("Herr Lehmann") und sein Kumpel Leander Haußmann ("Sonnenallee") sehen das anders. Aus einem Witz mit nicht vorhandener Pointe haben sie mit viel Nonsense-Humor einen 100-Minüter gestrickt, der mit viel Schauspielprominenz auf Irrfahrt geht.

Dabei soll das alberne Provinzstück - gedreht und erdacht in Friedrichshagen bei Berlin - gar keine Komödie sein. Das Regie-Duo redet sich mit der Erfindung des "Alarm-Films" raus und erhebt den Dilettantismus zur Maxime. Regieanweisungen auf Kasperltheater-Niveau sind die Folge. In der ersten Szene könnte diese so ausgesehen haben: Bademeister (Michael Gwisdek) streckt Hand ins Seewasser, zieht den Arm wieder raus, Hand fehlt, Blut strömt - oh.

Der Bürgermeister (Henry Hübchen) will den Vorfall vertuschen - "aber positiv": Niemand soll mehr in den Müggelsee gehen, bis die Bedrohung ausgemacht und beseitigt wird. Das Stadtmarketing mit Expertin Vera (Anna-Maria Hirsch) macht sich erst Sorgen und dann das Beste daraus: "Hai-Alarm" wird ausgerufen und entwickelt in kurzer Zeit eine Eigendynamik, an dessen Ende die "Partyhauptstadt Friedrichshagen" steht. Aus Hawaii kehrt indes der Hai-Jäger Snake Müller (Uwe Dag Berlin) auf seinem Hausboot zurück und stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und damit einem dunklen Geheimnis, das ihn mit Friedrichshagen verbindet.

Weitere seltsame Gestalten, die durch die dünne Geschichte stolpern, sind der Polizist Müller (Detlev Buck), der Fischexperte der Humboldt-Universität (Tom Schilling) und der reichste Mann des Ortes und Besitzer des Strandbads (Benno Fürmann). Einen selbst noch in diesem Film äußerst seltsamen wirkenden Auftritt hat Katharina Thalbach als zynische Irre. Zudem legen sich die beiden Regisseure und Autoren auch als Darsteller immer im Doppelpack ins Zeug, wenn sie nicht gerade an der künstlichen Herstellung eines Trashfaktors arbeiten. Mal machen sie sich als Taucher, die die Hand aus dem See ziehen und in voller Montur ins Rathaus watscheln, lächerlich, mal als Polizisten oder als Punker.

Ein Sommermärchen sicherlich für alle, die beim Dreh dabei waren. Drei Schauspieler wurden sogar zu Koproduzenten. Leider saufen jegliche Gags über Bürokratiewahnsinn, Kleinstädte und Wutbürger kläglich ab. Der Film bleibt auch auf der Witzebene bis zum Ende in Daueralarm-Stellung, also irgendwie stecken. Bleibt nur die Minuten zu zählen, bis man das Kino wieder verlassen darf.

teleschau

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