Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Zuschauer, nehmt euch in Acht

Hai-Alarm am Müggelsee Zuschauer, nehmt euch in Acht

"Ein Haustier bedeutet Verantwortung", heißt es in "Hai-Alarm am Müggelsee" einmal. Für einen Film gilt das aber auch, man darf ihn nicht einfach auf ein unschuldiges Publikum loslassen.

Voriger Artikel
Anschlag auf Ballettchef: Bolschoi-Tänzer festgenommen
Nächster Artikel
Festgenommene gestehen Säureattacke auf Bolschoi-Ballettchef

Eine Komödie, die die Welt nicht braucht: "Hai-Alarm am Müggelsee".

Quelle: X Verleih

Bestellerautor und Element-of-Crime-Sänger Sven Regener ("Herr Lehmann") und sein Kumpel Leander Haußmann ("Sonnenallee") sehen das anders. Aus einem Witz mit nicht vorhandener Pointe haben sie mit viel Nonsense-Humor einen 100-Minüter gestrickt, der mit viel Schauspielprominenz auf Irrfahrt geht.

201315_271359_3_048.jpg

Wie lässt sich diese Haisache nutzen? Der Bürgermeister (Henry Hübchen) ist zunächst ratlos.

Zur Bildergalerie

Dabei soll das alberne Provinzstück - gedreht und erdacht in Friedrichshagen bei Berlin - gar keine Komödie sein. Das Regie-Duo redet sich mit der Erfindung des "Alarm-Films" raus und erhebt den Dilettantismus zur Maxime. Regieanweisungen auf Kasperltheater-Niveau sind die Folge. In der ersten Szene könnte diese so ausgesehen haben: Bademeister (Michael Gwisdek) streckt Hand ins Seewasser, zieht den Arm wieder raus, Hand fehlt, Blut strömt - oh.

Der Bürgermeister (Henry Hübchen) will den Vorfall vertuschen - "aber positiv": Niemand soll mehr in den Müggelsee gehen, bis die Bedrohung ausgemacht und beseitigt wird. Das Stadtmarketing mit Expertin Vera (Anna-Maria Hirsch) macht sich erst Sorgen und dann das Beste daraus: "Hai-Alarm" wird ausgerufen und entwickelt in kurzer Zeit eine Eigendynamik, an dessen Ende die "Partyhauptstadt Friedrichshagen" steht. Aus Hawaii kehrt indes der Hai-Jäger Snake Müller (Uwe Dag Berlin) auf seinem Hausboot zurück und stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und damit einem dunklen Geheimnis, das ihn mit Friedrichshagen verbindet.

Weitere seltsame Gestalten, die durch die dünne Geschichte stolpern, sind der Polizist Müller (Detlev Buck), der Fischexperte der Humboldt-Universität (Tom Schilling) und der reichste Mann des Ortes und Besitzer des Strandbads (Benno Fürmann). Einen selbst noch in diesem Film äußerst seltsamen wirkenden Auftritt hat Katharina Thalbach als zynische Irre. Zudem legen sich die beiden Regisseure und Autoren auch als Darsteller immer im Doppelpack ins Zeug, wenn sie nicht gerade an der künstlichen Herstellung eines Trashfaktors arbeiten. Mal machen sie sich als Taucher, die die Hand aus dem See ziehen und in voller Montur ins Rathaus watscheln, lächerlich, mal als Polizisten oder als Punker.

Ein Sommermärchen sicherlich für alle, die beim Dreh dabei waren. Drei Schauspieler wurden sogar zu Koproduzenten. Leider saufen jegliche Gags über Bürokratiewahnsinn, Kleinstädte und Wutbürger kläglich ab. Der Film bleibt auch auf der Witzebene bis zum Ende in Daueralarm-Stellung, also irgendwie stecken. Bleibt nur die Minuten zu zählen, bis man das Kino wieder verlassen darf.

teleschau

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.