Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Zwei Großmeister ihrer Instrumente
Nachrichten Kultur Zwei Großmeister ihrer Instrumente
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 25.07.2016
Heinz-Jürgen Staszak über ein Konzert der Festspiele MV in Wismar

Hoher Verwandten-Besuch in Wismars Heiligen-Geist-Kirche, aus der Gründergeneration der Preisträger-Familie der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Gekommen waren wieder einmal die Geigerin Julia Fischer (33), mit 14 Jahren Solistenpreisträgerin 1997, und der Cellist Daniel Müller-Schott (40), mit 19 Jahren Solistenpreisträger 1995. Heute sind sie Großmeister ihrer Instrumente.

Mitgebracht hatten sie Preziosen aus der Kammermusik-Vitrine, in spannungsvoller Kombination, dargeboten in souveräner Virtuosität wie intensiv gestaltender Meisterschaft. In der Mitte die Sonate für Violine solo BWV 1001 von Bach, von Julia Fischer in artikulationsgenauer Polyphonie geboten. Dazu die „Arpeggione“-Sonate für Cello und Klavier von Schubert, von Daniel Müller-Schott mit konzertierendem melodischem Charme geboten, begleitet von der doppelt begabten Julia Fischer diesmal am Klavier, die auch brillante Akzente setzte.

Eingerahmt von zwei bedeutungsvollen Duos, dem frühen Duo für Violine und Violoncello op. 7 (1914) des Ungarn Zoltán Kodály und der späten Sonate für Violine und Violoncello (1922) von Maurice Ravel.

Es schien, als würden erst hier, in der Gestaltung durch Fischer und Müller-Schott, beide Werke ihre musikalisch-geistige Substanz enthüllen. Im Reichtum der Farben und Figuren erschien das Kodály-Duo, in seiner Mischung aus impressionistischer Klanglichkeit und Folklore-Idiomen, wie der Zusammenfall zweier Kulturen: der einer bis in die Spitzen dringenden seelischen Intimität der Spätromantik und der einer aufbrechenden kraftvollen Elementarität der frühen Moderne.

Verwandt und doch anders Ravels Sonate, formbewusst, klar und durchsichtig, aber niemals spröde, die schmerzende Kantigkeit seiner Dissonanzen aufgefangen von farbigen, wie gezeichneten melodischen Linien – gleichsam in der Keuschheit des Ausdrucks.

OZ

Mehr zum Thema

Der Greifswalder Polizist Nikolaus Kramer, 39, will für die AfD in den Landtag ziehen. Was wollt ihr von ihm wissen, hatte die OZ auf Facebook gefragt – und es hagelte Reaktionen. Fragen und Antworten hier zum Nachlesen.

20.07.2016

Landtagskandidaten der Grünen lehnen touristische Großprojekte ab / Insel müsse für die Enkel noch lebenswert sein

21.07.2016

Die, die da sind, sind entspannt. Doch viele Urlauber sind gar nicht erst an die türkische Riviera gekommen. Die Angst vor dem Terror war groß - nach dem Putschversuch und der Verhängung des Ausnahmezustands steigt die Verunsicherung. Für die Urlaubsgebiete ist das verheerend.

28.07.2016

Die „Komödie der Irrungen“ ist am Dienstag, 26. Juli, um 20.30 Uhr im Kloster zum Heiligen Kreuz zu sehen. Es ist die vermutlich früheste Komödie von Shakespeare.

25.07.2016

Rund 1000 Zuschauer sind zum ersten Kleinkunstspektakel gekommen / Vielerorts in dem Park haben Künstler Musik und Akrobatik präsentiert / Geschichte erzählt Rostocker Sage

25.07.2016

„Jahrmarkt der Sensationen“ machte Sonnabend in Stolpe Station

25.07.2016
Anzeige