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Zwei bemerkenswerte Künstler im Zwiegespräch

Güstrow Zwei bemerkenswerte Künstler im Zwiegespräch

„Dialoge“ heißt die Doppel-Ausstellung von Horst Hirsig und Rolf Kuhrt / Sie ist seit dem Wochenende im Schloss Güstrow zu sehen / Gegenüberstellung von Malerei, Zeichnungen und Skulpturen

Güstrow. Es werden zwei Künstler vereint, die künstlerisch ähnliche Auffassungen haben. Doch begegnet sind sich Rolf Kuhrt und Horst Hirsig erst 1992. Vor der Wiedervereinigung verliefen ihre Biografien in unterschiedlichen Systemen: Rolf Kuhrt lehrte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, Horst Hirsig an der Hochschule der Künste in West-Berlin, 1993 wechselte Hirsig an die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Die beiden begegneten sich in dieser Zeit gelegentlich.

Inzwischen sind beide Künstler emeritiert, Hirsig lebt heute in Berlin und Kurth bei Güstrow. Die beiden Künstler schätzten sich also gegenseitig aus der Ferne, doch nach so langer Schaffens- und auch Lebenszeit ist dies die erste gemeinsame Ausstellung der beiden. Kuratiert wurde die Schau von Dr. Regina Erbentraut und Dr. Gerhard Graulich vom Staatlichen Museum Schwerin. Ausgestellt sind 59 Arbeiten – Malerei und Zeichnungen von beiden Künstlern, dazu Holzskulpturen von Rolf Kuhrt.

Zu sehen sind die Werke in vier Räumen im Schloss Güstrow. In den beiden Sälen des Wirtschaftsgebäudes gibt es Malerei und Skulpturen, die kleine Galerie im Schloss-Nordflügel präsentiert Arbeiten auf Papier. Auf eins wurde bei der jetzigen Präsentation allerdings streng geachtet: Die Werke von Rolf Kuhrt und Horst Hirsig werden in getrennten Räumen gezeigt. Trotzdem ist es eine „dialogische Gegenüberstellung“, so der Ansatz der Schau. Denn so wird sichtbar, wo sich die Künstler mit ihren Werken begegnen und auch, wo die Unterschiede liegen. Eines wird sofort deutlich: Rolf Kuhrt arbeitet eher figurativ, wobei er manchmal auch literarische oder mythische Stoffe verarbeitet. Horst Hirsig ist wesentlich abstrakter, das geht hin bis zur Entwicklung eigener Bildzeichen. So in der Arbeit „13 11 15“, in der er die Terroranschläge in Paris verarbeitet. „Dann habe ich, wie schon zu anderen Anlässen, versucht, mit meinen Mitteln bildnerisch zu reagieren“, sagt Horst Hirsig. Denn prägend für die beiden Künstler, die beide inzwischen fast 80 sind, war die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, die sie bis zum heutigen Tag in ihren Werken reflektieren – so wie in Rolf Kuhrts großformatigem Werk „Ein willkommener Anlass, wir stürzen“, das die Ereignisse vom 11. September 2001 verarbeitet und in Güstrow zu sehen ist.

Die 59 ausgestellten Arbeiten kommen aus einem großen Zeitraum: Die ältesten hier gezeigten Werke von Horst Hirsig entstanden 1966, die von Rolf Kuhrt im Jahr 1977. So ergibt sich auch zeitlich ein großes Spektrum, die letzten hier ausgestellten Werke stammen aus diesem Jahr. Beide Künstler empfinden es übrigens als wohltuend, dass sie den Blick auf ihr Werk und die Auswahl den beiden Kuratoren überlassen konnten. „Das ist eben so bei einer Kuratoren-Ausstellung“, sagt Rolf Kuhrt. Ein wichtiger Bestandteil der „Dialog“-Schau war ein langes erhellendes Gespräch, das die beiden Kuratoren mit den beiden Künstlern führten, und das jetzt im Ausstellungskatalog abgedruckt ist. Hier wird das Dialog-Prinzip, das innerhalb der Ausstellung zwischen den Werken der beiden Künstler stattfindet, auf der verbalen Ebene fortgesetzt.

Thorsten Czarkowski

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