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Zwischen Fabulierlust und melancholischem Rückblick

Ahrenshoop Zwischen Fabulierlust und melancholischem Rückblick

Der im Ostseebad Ahrenshoop lebende Schriftsteller Wolfgang Schreyer hat das Buch „Zu guter Letzt“ veröffentlicht

Ahrenshoop. Der Schriftsteller Wolfgang Schreyer (89) legt ein abschließendes Werk vor, diese Texte entstanden in den vergangenen fünf Jahren. Der in Ahrenshoop lebende Autor hat sein Buch „Zu guter Letzt“ benannt, mit „Erinnerungen, Erzählungen und Essays“.

 

OZ-Bild

Wolfgang Schreyer: „Zu guter Letzt –

Erinnerungen Erzählungen und Essays“,

erscheint im

BS Verlag,

ISBN-Nummer: 978-3-86785-

358-3,

128 Seiten,

12 Euro

Auf 128 Seiten ergibt sich ein Lebens- und Schaffensrückblick, insbesondere die melancholische Erzählung „Brot und Spiele“ trägt offenbar starke autobiografische Züge. Wolfgang Schreyer, dessen Bücher in der DDR Millionenauflagen erreichten, schaut auch zurück auf diese erfolgreiche Zeit. In „Drei Mann in einem Boot?“ vergleicht er die DDR-Unterhaltungsliteratur mit der aus dem Westen.

Auf der einen Seite Harry Thürk und Wolfgang Schreyer, auf der anderen Seite Autoren wie Heinz G. Konsalik oder Johannes Mario Simmel. Auch die Unterhaltungsliteratur hat immer ihren Wert, argumentiert Schreyer: „Zeitgeschichtlicher Hintergrund etwa, der sichert einem Buch leicht Aufmerksamkeit, pflegt Erinnerungskultur und kann ein Gütesiegel sein, wenn die Fakten da nicht verkürzt oder verbogen worden sind.“

In „Vorsicht, Zensur!“ setzt sich Wolfgang Schreyer mit den Schwierigkeiten des DDR-Literaturbetriebs auseinander, die vor allem in den fünfziger Jahren ausgetragenen Kämpfe, auch mit einem Text, den Wolfgang Schreyer im Verbandsorgan „Der Schriftsteller“ im September 1954 veröffentlicht hatte, in dem er für mehr Toleranz eintrat. Seiner nachfolgenden Zurechtweisung folgte ein ständiger Kampf, um den „Freiraum dehnen“, so Schreyer.

Es gibt auch amüsante Fakten zum Werdegang des Autors: Wolfgang Schreyers erstes Buch, der 1952 veröffentlichte Krimi „Großgarage Südwest“, erschien auch deswegen, weil sein Verlag damals mangels Betriebsgewinn sonst keine Jahresendprämie hätte zahlen können. Man suchte dringend nach einem Umsatzbringer. Manchmal muss ein Autor auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Thorsten Czaplewski

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