Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Zwischen Fabulierlust und melancholischem Rückblick
Nachrichten Kultur Zwischen Fabulierlust und melancholischem Rückblick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.10.2016

Der Schriftsteller Wolfgang Schreyer (89) legt ein abschließendes Werk vor, diese Texte entstanden in den vergangenen fünf Jahren. Der in Ahrenshoop lebende Autor hat sein Buch „Zu guter Letzt“ benannt, mit „Erinnerungen, Erzählungen und Essays“.

Wolfgang Schreyer: „Zu guter Letzt –

Erinnerungen Erzählungen und Essays“,

erscheint im

BS Verlag,

ISBN-Nummer: 978-3-86785-

358-3,

128 Seiten,

12 Euro

Auf 128 Seiten ergibt sich ein Lebens- und Schaffensrückblick, insbesondere die melancholische Erzählung „Brot und Spiele“ trägt offenbar starke autobiografische Züge. Wolfgang Schreyer, dessen Bücher in der DDR Millionenauflagen erreichten, schaut auch zurück auf diese erfolgreiche Zeit. In „Drei Mann in einem Boot?“ vergleicht er die DDR-Unterhaltungsliteratur mit der aus dem Westen.

Auf der einen Seite Harry Thürk und Wolfgang Schreyer, auf der anderen Seite Autoren wie Heinz G. Konsalik oder Johannes Mario Simmel. Auch die Unterhaltungsliteratur hat immer ihren Wert, argumentiert Schreyer: „Zeitgeschichtlicher Hintergrund etwa, der sichert einem Buch leicht Aufmerksamkeit, pflegt Erinnerungskultur und kann ein Gütesiegel sein, wenn die Fakten da nicht verkürzt oder verbogen worden sind.“

In „Vorsicht, Zensur!“ setzt sich Wolfgang Schreyer mit den Schwierigkeiten des DDR-Literaturbetriebs auseinander, die vor allem in den fünfziger Jahren ausgetragenen Kämpfe, auch mit einem Text, den Wolfgang Schreyer im Verbandsorgan „Der Schriftsteller“ im September 1954 veröffentlicht hatte, in dem er für mehr Toleranz eintrat. Seiner nachfolgenden Zurechtweisung folgte ein ständiger Kampf, um den „Freiraum dehnen“, so Schreyer.

Es gibt auch amüsante Fakten zum Werdegang des Autors: Wolfgang Schreyers erstes Buch, der 1952 veröffentlichte Krimi „Großgarage Südwest“, erschien auch deswegen, weil sein Verlag damals mangels Betriebsgewinn sonst keine Jahresendprämie hätte zahlen können. Man suchte dringend nach einem Umsatzbringer. Manchmal muss ein Autor auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Thorsten Czaplewski

Mehr zum Thema

Bap tritt am 15. Dezember in der Stadthalle auf / Sänger Wolfgang Niedecken (65) verspricht einen hohen Mitsingfaktor und erklärt seine Verbindung zu den Puhdys

12.10.2016

Bap tritt am 15. Dezember in der Stadthalle auf / OZ sprach mit Wolfgang Niedecken (65)

12.10.2016

Jan Fedder gehört zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands und gilt als Freund klarer Worte. Ehrlichkeit sei ihm immer wichtig, sagt er, nur bei seinen Krankheiten habe er manchmal schummeln müssen.

13.10.2016

Der neue „Polizeiruf 110“ aus Rostock heißt „Im Schatten“ / Hafenkapitän und Polizei beurteilen Sonntags-Krimi

15.10.2016

Intendant Hummel: 14 000 Besucher bei 36 Konzerten auf der Insel

15.10.2016

Theater Vorpommern eröffnet neue Reihe „Monodramen“: „Der Hals der Giraffe“ nach Judith Schalansky / „Der Biedermann“ über DDR-Wissenschaftler mit NS-Geschichte

15.10.2016
Anzeige