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Zwischen Weltmeeren und Heimatliebe

Rostock Zwischen Weltmeeren und Heimatliebe

Der Rostocker Plattdeutsch-Autor Wolfgang Mahnke wird heute 80 Jahre alt

Rostock. Zwei Schaffensperioden sind es, auf die der Malchiner Jung’ Wolfgang Mahnke an seinem heutigen 80. Geburtstag zurückblicken kann. 32 Jahre war der Meeresbiologe zwischen der Arktis und der Antarktis, lange als Expeditionsleiter, unterwegs. Monate auf den Meeren: Es geschah Nachdenkliches und Heiteres an Bord. Wolfgang Mahnke schrieb es auf in der von Kindheit an erlernten und geliebten plattdeutschen Sprache. So manches trug er in Platt der Mannschaft vor – auch die Sachsen verstanden ihn. Alle seine Zettel landeten in der Schublade, nicht ahnend, dass sie in der zweiten Schaffensperiode zu neuem Leben gebracht werden. Die Wendezeit wurde auch für Wolfgang Mahnke zur Wende. Die Forschungseinrichtung mit seinem zweiten Zuhause, dem Forschungsschiff „Ernst Haeckel“, wurde eliminiert.

Wolfgang Mahnke reüssiert 1994 als freischaffender Autor. Er hat seine Schubladenzettel von 1966 bis 1993 zum Buch „Fischerie, Fischera, Fischerallala“ verdichtet. Im Duo mit Brigitte, seiner Angetrauten, ist er von 2003 bis 2012 als „Rostocker Klönköpp“ im Land unterwegs. So manchen Monat wartete sie auf ihren Seefahrer. Ihr setzt er ein Liebeslob in einem Gedicht. „. . .Vier Kinner hebben wi uptreckt, uns gnatzt un drückt, uns leiwt un neckt. Wier ick as Seemann mandlang furt, hew ik nachts flustert Wurt för Wurt: Lat mi ümmer bi di stahn, lat mi ümmer mit di gahn. In all Tieden, gaud un leeg gah nich weg, bliew in mien Nehg . . .“.

Sein zweites Buch, erschienen 2001, heißt: „Kiek eins! Sowat giwt in Meckelborg“. Zu jener Zeit war Wolfgang Mahnke als Mitglied des Bundes niederdeutscher Autoren (seit 1998) bereits deren „Vörsitter“ – bis 2012. Zehn Bücher, die letzten fünf erschienen im Rostocker Hinstorff Verlag, entstanden. In plattdeutschen Geschichten, Riemels und Dönchen geht es skurril, satirisch, nachdenklich und auch sarkastisch zu. Er findet Spaß an der Zuspitzung. Zeitkritisches wird nicht ausgelassen.

Sein Werk trug ihm 2003 den Fritz-Reuter-Literaturpreis ein. Buch elf erscheint in Kürze. Er bekennt: „Mein wichtigstes Tun: Geschichten schreiben, für die ’Plattdütschen Blaumen’ und die OZ“. Bis zu 60 Lesungen im Jahr gibt es zwischen Dömitz und Anklam. „Unter Menschen zu sein ist ein großes Vergnügen“, sagt er. Seine Brigitte, die Steuerfrau am Lenkrad (denn: „. . . die Augen“) ist treu an seiner Seite. Dem Jubilar und sien Deern gilt der Wunsch: „Holt juch fuchtig“. Jürgen Falkenberg

OZ

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