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„apokalypsie Nö“ und mehr

Putbus „apokalypsie Nö“ und mehr

„Kunst heute“: Morgen starten in MV die Tage der zeitgenössischen Kunst. In Putbus gestalten die Kulturschaffenden dafür erstmals das gemeinsame Programm „Pod Boz“.

Putbus. „Kunst heute“ – das ist nicht nur der Titel, unter dem morgen die Tage der zeitgenössischen Kunst in Mecklenburg-Vorpommern starten, es ist zugleich ein Anspruch, der dort formuliert wird: nämlich zeitgenössischen Künstlern eine Bühne für ihre Kunst zu schaffen.

„Es geht darum, Künstler aus MV und Kunstorte miteinander zu vernetzen, so dass eine veränderte Wahrnehmung entsteht“, sagt Andre van Uehm vom Vorstand des Künstlerbundes MV. Ein Beispiel dafür ist die Auftaktveranstaltung im Kunstmuseum Ahrenshoop, wo morgen das kinetische Kunstwerk von Bernd Engler enthüllt wird, oder die Klang-Performance von Greta und Wolfgang Neven im Kulturhaus Mestlin bei der Eröffnungsmatinee am Sonnabend. „Die Spannbreite der Kunst ist groß“, sagt van Uehm. „Natürlich geht es auch darum, sie an den Mann zu bringen“, räumt er ein, „aber ohne die Vermittlung kultureller Bildung dabei aus den Augen zu verlieren.“

Die Idee der Vernetzung – auf Rügen ist sie schon im Vorfeld gelungen. Erstmals haben sich in diesem Jahr die Kulturschaffenden in und um Putbus zusammengetan und unter dem Titel „Pod Boz“ ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm für „Kunst heute“ mit Lesungen, Mitmachaktionen und Führungen erarbeitet. „Der slawische Name ’Pod Boz’ bedeutet so viel wie hinter dem Busch, das gilt für Putbus heute aber nicht mehr“, sagt Galeristin Susanne Burmester vom Circus Eins. Zumindest in kultureller Hinsicht, denn gleich mehrere Galerien für zeitgenössische Kunst bespielen die ehemalige Residenzstadt mit einem ganzjährigen Programm.

Und die hat Burmester kurzerhand ins Boot geholt. „In den vergangenen Jahren hat auf Rügen bei ’Kunst heute’ kaum jemand mitgemacht“, sagt sie. In diesem Jahr öffnen nicht nur sieben Kunstorte und Ateliers ihre Pforten für „Kunst heute“, erstmals gibt es auch einen gemeinsamen Flyer und ein gemeinsames Logo. Beworben hatte sich Burmester mit dem Projekt „Pod Boz“ bei den Machern von „Kunst heute“ – dem Künstlerbund MV und dem Verband der Kunstmuseen, Galerien und Kunstvereine in MV – und finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Kultur- und Bildungsministeriums bekommen. „Das Geld hilft, uns künftig als Kulturzentrum zu etablieren“, sagt Burmester. Auch künftig würde sie gern die Kräfte der Kulturschaffenden bündeln. „Das könnte zum Beispiel mit einer gemeinsamen Homepage, der gemeinsamen Vermarktung sowie weiteren gemeinsamen Projekten sein“, sagt sie.

Eröffnet wird das Programm zu „Kunst heute“ rund um Putbus am 30. September um 17 Uhr mit einer Ausstellung von Inge Zimmermann (Fotografie) und Michael Schoenholtz (Skulpturen) in der Orangerie Putbus. In der Galerie Circus Eins wird der Berliner Maler Jürgen Eisenacher mit neuen Werken zu dem Titel „apokalypsie Nö“ gezeigt (täglich 11 bis 17 Uhr). Im Circus Elf ist die Gruppenausstellung „Am Flugloch“ mit Arbeiten von insgesamt 14 Künstlern aus MV zu sehen(täglich 11bis 15 Uhr). „Am Flugloch sitzt der Imker und beobachtet seine Bienen“, sagt Burmester. In Analogie zu den fleißigen Honigproduzenten beobachtet die Galeristin die Künstlerszene in MV. Sie stellt den Positionen etablierter Künstler wie Broder Burow, Ute Gallmeister, Nancy Jahns, Helmut Senf, Wolfram Sulek, Christin Wilcken, Sebastian Will und Ruzica Zajec Arbeiten von sechs Nachwuchskünstlern gegenüber, die in diesem Sommer Stipendiaten der Kunstschule „Frieda 23“ in Rostock waren.

Die Galerie Atelier Rotklee am Putbuser Markt zeigt die Gruppenschau „Die Würde des Menschen“ mit Werken von 19 Künstlern (täglich 13 bis 18 Uhr). Am Kunstort Alte Wassermühle in Wreechen zeigt der Stahlplastiker Bernard Misgajski seine Farbfelder und Werftbilder (mittwochs bis sonntags 10 bis 18 Uhr). La Petite Orangerie in Neuendorf öffnet ihre Räume, um den Zyklus von Farbholzschnitten, „Ein Totentanz“, des Schweizer Künstlers Hanns Studer vorzustellen (täglich 17 bis 19 Uhr). Auch die Schmiede auf dem Gelände des Stahlbauunternehmens FLZ in Lauterbach ist zu „Pod Boz“ geöffnet.

Dort hat der Rostocker Künstler Holger Stark seine Installation „Marseus“ platziert, die sich mit dem Erfinder des Waldbodenstilllebens, Marseus van Schrieck, auseinandersetzt. (täglich 11 bis 17 Uhr).

Stefanie Büssing

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