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10 000 Stimmen gegen Baupläne in Prora

Prora 10 000 Stimmen gegen Baupläne in Prora

Der geplante Verkauf des Blockes 5 stößt auf Kritik / Online-Petition fordert Erhalt als Denkmal

Prora. Gegen den geplanten Verkauf des Blockes 5 in der NS-Hinterlassenschaft Prora durch den Landkreis Vorpommern-Rügen regt sich Widerstand. Mehr als 10000 Menschen haben bislang eine Online-Petition unterschrieben, in der der Kreis zum Stopp seiner Pläne zum Verkauf des Blockes aufgefordert wird. Die Online-Petition wurde vom ehemaligen Bausoldaten und Historiker Stefan Wolter mitinitiiert, der dort Ende der 1980er Jahre seinen waffenlosen Wehrdienst ableisten musste.

Die Unterzeichner beklagen, dass mit dem Verkauf des letzten in öffentlicher Hand befindlichen Blockes der Charakter des Mahnmals zweier Diktaturen verloren ginge. Verloren wäre die letzte Chance, politische Fehler in der Beurteilung dieser symbolträchtigen Anlage geradezurücken und neben der NS- auch die DDR-Geschichte des Ortes zu beleuchten. Folge wäre eine Leugnung Hunderttausender DDR- und Nachwende-Biografien zugunsten des Kapitals, hieß es. Zu befürchten seien die mögliche Abriegelung des Strandes, weitere Baumfällaktionen und betonierte Parkplätze. Die Unterzeichner fordern, Prora als authentischen Ort der Geschichte zu erhalten.

Der Kreistag soll nach einer Beschlussvorlage am 2. Mai Landrat Ralf Drescher (CDU) ermächtigen, Verhandlungen zum Verkauf des rund 300 Meter langen unsanierten Abschnitts des Blocks zu führen. Zwei Investoren hatten bereits Interesse an der Immobilie signalisiert. Die Pläne einer noch 2010 geplanten Gedenk- und Bildungsstätte sind gescheitert. Der Kreis sieht sich mit den Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro überfordert. In der Petition werden Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Kanzlerin Merkel (CDU aufgefordert, sich für den Erhalt des Blockes in öffentlicher Hand einzusetzen und den Aufbau eines Bildungszentrums zu unterstützen.

Die anderen vier Blöcke der von den Nationalsozialisten als „KdF“-Seebad geplanten und zu DDR-Zeiten als Großmilitärstandort ausgebauten Mega-Immobilie waren vom Bund an Privatinvestoren veräußert worden.

Von M. Rathke

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