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18 Überfälle auf Postbanken: Täter betrieben Gasthof in MV

Carwitz/Berlin 18 Überfälle auf Postbanken: Täter betrieben Gasthof in MV

Spektakuläre Festnahme in Berlin: Zwei Serien-Bankräuber aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei jetzt in der Bundeshauptstadt geschnappt. Die 49 und 52 Jahre alten Brüder aus Carwitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sollen in den vergangenen sechs Jahren insgesamt 18 Postbank-Filialen in Berlin und Brandenburg überfallen haben.

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SEK-Beamte nahmen Frank L. (52) nach dem vereitelten Überfall auf eine Berliner Postbankfiliale fest.

Quelle: BZ/spreepicture

Carwitz. Bei der größten Bankraub-Serie der vergangenen 20 Jahre in Berlin erbeuteten die Gangster rund eine Million Euro.

Die Polizei schlug zu, als Frank und Ralf L. gerade eine Postbank im Stadtteil Pankow überfallen wollten. Mit Messer und Pistole bewaffnet lauerten die Brüder am vergangenen Freitag vor dem Hintereingang auf die Mitarbeiter. Doch Beamte des Berliner Spezialeinsatzkommandos (SEK) machten den Schwerverbrechern einen Strich durch die Rechnung und überwältigten die Männer trotz heftiger Gegenwehr. Gegen 18.40 Uhr klickten die Handschellen. Die Polizei war den Tätern seit zwei Monaten auf der Spur, hatte sie seit einer Woche intensiv observiert. Unterdessen werden immer mehr Details über die Männer bekannt. In Berlin geboren und aufgewachsen kauften die Gastronomen im Jahr 2001 den Landgasthof „Zum Krog“ in dem beschaulichen Dorf Carwitz (320 Einwohner) in der Feldberger Seenlandschaft. In Carwitz lebte einst zeitweilig der bekannte Schriftsteller Hans Fallada (1893-1947).

Auch wenn sich die Brüder in dem Ort nach Angaben von Nachbarn unauffällig verhalten haben sollen, ist zumindest der 52-jährige Frank L. kein unbeschriebenes Blatt. „Er stand unter Bewährung und hatte erhebliche Vorstrafen“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, gestern der OZ.

Zudem seien beide Brüder spielsüchtig. Die 73 Jahre alten Eltern des Festgenommenen berichteten gegenüber der Zeitung B.Z. von vielen Fußball-Tippscheinen bei ihrem Sohn Ralf. Der verheiratete 49-Jährige soll Vater von fünf Kindern im Alter von eineinhalb bis 20 Jahre sein und ein großes Haus in einer Nachbargemeinde von Carwitz haben.

Der ältere Bruder Frank, Vater eines 17-jährigen Sohns, lebte den Aussagen zufolge hingegen zuletzt in der alten Familienwohnung im Berliner Prenzlauer Berg. Dort planten die Schwerverbrecher offenbar auch ihre Taten, bei denen sie stets nach derselben Masche vorgingen. Sie warteten, bis die Filialen geschlossen hatten, überfielen die Mitarbeiter und raubten das Geld. Bei einem Überfall 2010 im Berliner Stadtteil Neukölln sollen sich die Männer als Reinigungskräfte verkleidet haben. Zur Tarnung entfernten sie Farbreste von der Rückseite des Bankgebäudes, während sie auf die Angestellten warteten.

Die Millionen-Beute haben die Brüder laut Medienberichten über die Jahre bei Sportwetten verspielt und in Drogen investiert. Der Gasthof in Carwitz lief offenbar schlecht. Der „Krog“ sei in letzter Zeit nur noch samstags für Discoveranstaltungen geöffnet worden.

Ralf L. stand unter Bewährung und war vorbestraft.“Martin Steltner, Berliner Staatsanwaltschaft

Axel Meyer

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