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MV aktuell 33-Jähriger bei Prügelei lebensgefährlich verletzt
Nachrichten MV aktuell 33-Jähriger bei Prügelei lebensgefährlich verletzt
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00:05 18.07.2016

Beim Fischerfest in Greifswald-Wieck ist in der Nacht zum Sonntag ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Nach Polizeiangaben gab es gegen 2 Uhr an der Straße An der Mühle eine Schlägerei, an der das 33-jährige Opfer beteiligt war. Der Mann sei von einem Unbekannten geschlagen und geschubst worden, teilt die Polizei weiter mit.

Der Mann stürzte demnach im Verlauf der Prügelei gegen einen Zaun und wurde dabei schwer am Kopf verletzt. Er zog sich ein stumpfes Schädelhirntrauma zu – der medizinische Fachausdruck, wenn neben dem Schädel auch das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Erst nachdem die Sicherheitsleute des Fischerfestes einschritten, ließen der oder die Täter von dem Mann ab, heißt es weiter. Er wurde ins Universitätsklinikum Greifswald gebracht. Laut Polizei schätzten die Ärzte seine Verletzungen als lebensbedrohlich ein. Das Krankenhaus wollte gestern Nachmittag keine Aussagen zu seinem aktuellen Zustand machen. Nach OZ-Informationen soll es indes Hoffnung geben, dass er überlebt.

Die ermittelnde Anklamer Kriminalpolizei konnte gestern Morgen einen ersten Fahndungserfolg melden. In den frühen Morgenstunden wurde ein dringend Tatverdächtiger festgenommen. Die Ermittlungen dauerten zunächst noch an. Haftbefehl wurde bis gestern Abend nicht erlassen.

Bei der heftigen Prügelei habe es sich um einen Einzelfall gehandelt, betont Greifswalds Ordnungsamtsleiter Steffen Winckler. Er ist der Leiter des Organisationsteams. Ansonsten habe es während des Festes nur ein paar Schürfwunden gegeben. Tätliche Auseinandersetzungen bei großen Volksfesten mit so vielen Menschen seien normal, schätzt der Beamte ein. In der Vergangenheit gab es im Rahmen solcher Feste und Feiern immer wieder Auseinandersetzungen, die auch schon tödlich endeten (siehe Kasten unten).

„Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt“, meinte daher Winckler. Polizei sowie ein uniformierter Sicherheitsdienst seien in Wieck im Einsatz. Dritte Säule der Sicherheit ist die Wasserschutzpolizei. Dazu kommen weitere Akteure, wie das Deutsche Rote Kreuz und die DLRG. Mit allen werde gemeinsam regelmäßig die Lage erörtert. Man habe relativ schnell am Tatort eingreifen können. Als Erfolg des Konzepts bewertet Winckler noch etwas anderes. „Wir konnten Kinder, die von ihren Eltern getrennt waren, innerhalb kürzester Zeit wieder zusammenführen.“

Ungeachtet des Zwischenfalls regierte in Wieck auf den Festmeilen zwischen der historischen Mühle und der Dänischen Wiek beiderseits des Flüsschens Ryck in den letzten drei Tagen vor allem der Frohsinn. Winckler schätzte gestern ein, dass wie in den vergangenen Jahren 50000 Besucher das größte maritime Volksfest Vorpommerns besucht haben. Etwa 140 Stände und gastronomische Einrichtungen warben in diesem Jahr um Gäste.

Traditionelle Höhepunkte, wie die Gaffelrigg, die Parade der Traditionssegler, zogen viele Menschen an. Besonders imposant war die Fahrt der etwa 40 Schiffe vom Museumshafen in der Innenstadt durch die historische Klappbrücke zur Dänischen Wiek. Sie fand schon zum 29. Mal statt.

Eckhard Oberdörfer

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