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MV aktuell 500 neue Jobs: Werften-Zulieferer stocken Personal auf
Nachrichten MV aktuell 500 neue Jobs: Werften-Zulieferer stocken Personal auf
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05:40 24.11.2016

Nach jahrelanger Flaute nimmt die Schiffbaubranche in MV wieder Fahrt auf. Für die Zulieferer im Land bedeutet das: Sie müssen in kürzester Zeit so leistungsstark wie möglich werden. Dafür brauchen sie neue Mitarbeiter: „Mehr als 500 in den kommenden vier Jahren“, sagt Thomas Kühmstedt, Vorstandsvorsitzender des Zulieferer- Netzwerks MAZA. Die MV Werften wollen weitere 1500 Stellen besetzen – damit hat die Branche den größten Personalbedarf im Land.

„Für 80 Prozent der Schiffbauproduktion sind die Zulieferer verantwortlich.Thomas Kühmstedt, Zulieferer-Netzwerk MAZA

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Unternehmen gehören zum Zulieferer-Netzwerk MAZA. Es

entwickelt Strategien, die Ausrüstungs- und Dienstleistungs-

angebote für die

Werft- und Offshore-

Industrie verbessern. 2008 wurde MAZA

gegründet.

Grund genug für Werften und Zulieferer, gemeinsam eine Jobinitiative zu starten. Das Konzept soll bis März 2017 stehen, die erste Info-Veranstaltung ist Mitte Dezember geplant. Anlass der Koalition: Nur noch 20 Prozent der Schiffsbauproduktion findet in den Werften statt. Der Rest kommt von den Zulieferern. „Wir müssen immer größere und komplexere Leistungspakete anbieten“, erklärt Kühmstedt. Riesige Segmente müssten in der Reihenfolge geliefert werden, in der sie auf der Werft zusammengebaut werden. „Dafür müssen wir neue Produktionsprozesse entwickeln, die Mitarbeiter aus- und weiterbilden“, ergänzt Kühmstedt. Zudem wurde ein offenes Schiffbau- Bündnis gegründet – zusammen mit Werften und Forschungsfirmen.

Deutschlandweit ist die Schiffbaubranche in Aufbruchstimmung: Kreuzfahrt- und Marineschiffe, Yachten und Seenotkreuzer sorgen für Arbeit. Mit 16 000 erreicht die Zahl der Beschäftigten (inklusive Zulieferer) den höchsten Stand seit vier Jahren. Nur wenige Firmen, wie die Lloyd Werft in Bremerhaven, haben Probleme. In MV sind laut Christine Grünewald von der IHK zu Rostock 5000 Mitarbeiter im Schiff- und Bootsbau tätig. Der Auftragsbestand sichere die Auslastung der vorhandenen Werftkapazitäten bis über das Jahr 2020 hinaus.

1500 Mitarbeiter haben die zurzeit 31 Mitgliedsunternehmen von MAZA. Sie rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro. Künftig könnten es 400 Millionen Euro sein. Denn die Werften im Land haben gut zu tun und planen Mega-Bauprojekte. Allein der neue Werftenverbund MV Werften mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund will in den kommenden zehn Jahren 23 Kreuzfahrtschiffe bauen. 600 Fremdfirmen können pro Schiff in Arbeit gebracht werden, sagt Konstruktions-Chef Guido Schulte. Von jeder Million, die investiert wird, sollen etwa 227500 Euro in MV bleiben.

Die MV Werften wollen in sechs Monaten 250 neue Mitarbeiter einstellen, zurzeit haben sie 1600. 3100 sollen es langfristig werden. Dafür ist vor kurzem eine Joboffensive mit großen Marketingmaßnahmen gestartet worden. „Die Aktion läuft sehr gut“, freut sich Werften- Sprecher Stefan Sprunk.

In Zeiten von Fachkräfte-Mangel ist die Personalsuche der MV Werften Konkurrenz für die insgesamt 90 Zulieferer-Firmen im Land. „Sie werden uns aber nicht ausbluten lassen, weil sie auf uns angewiesen sind“, sagt Kühmstedt. Zusammen könne man mehr erreichen, zum Beispiel durch gemeinsame Messeaktionen. Zudem wisse jeder, was der andere gerade suche und könnte Interessenten vermitteln.

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Kerstin Schröder

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