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MV aktuell „6000 Schritte pro Tag erreichen wir locker“
Nachrichten MV aktuell „6000 Schritte pro Tag erreichen wir locker“
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00:16 04.05.2018
Psychologin Mandy Kuschel (v. l.) und die Teilnehmer der OZ-Aktion „MV speckt ab“ Heino Brechlin, Adelheit Brechlin und Andreas Prager sind durch den Karlsburger Wald gewalkt. Quelle: Foto: Mathias Otto
Karlsburg

Die ersten Monate sind geschafft. Unter fachlicher Anleitung versuchen Übergewichtige aus MV abzunehmen und Medikamente zu reduzieren. Die OSTSEE-ZEITUNG hat zusammen mit vier Kliniken und medizinischen Einrichtungen des Landes Anfang Februar Abnehm- und Stoffwechsel-Projekte unter dem Motto „MV speckt ab“ gestartet. Über mehrere Monate begleitet die OZ die Aktiven.

Den Willen zum Abnehmen haben die neun Teilnehmer der Aktion in Vorpommern, die konkrete Motivation haben sie in einem mehrwöchigen Programm im Klinikum Karlsburg ausgeprägt. Nach viel Theorie folgte nun die Praxis. In der letzten Projektstunde schnürten sich die Teilnehmer die Turnschuhe. Erst Nordic-Walken an frischer Luft, dann Bewegungs-Tipps vom Profi für den heimischen Küchenstuhl.

„Bewegung stärkt das Immunsystem, baut Muskelzellen auf, schüttet Glückshormone aus, fördert die Fettverbrennung und verbessert dadurch die Blutfettwerte und schützt vor Arteriosklerose“, sagt Psychologin Mandy Kuschel. „Kurzum: Es erhöht die Lebensqualität.“ Erwachsene sollten sich mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen. „Dazu gehören auch Dinge, die in den Alltag eingebaut werden können. Treppe statt Aufzug, Rad statt Auto, Einkauf zu Fuß erledigen“, gab sie den Teilnehmern wertvolle Tipps mit auf den Weg.

„Sechs Kilogramm habe ich nach den ersten Monaten schon verloren. Mein Gewicht liegt jetzt bei 91,8 Kilogramm“, sagt Heino Brechlin (57) aus Hohensee bei Wolgast. Für ihn ist es der zweite Versuch.

112 Kilogramm hatte seine Waage damals angezeigt, 29 Kilo gingen runter – und später wieder rauf. Gemeinsam mit seiner Frau Adelheit (56) – sie hat 3,5 Kilogramm Gewicht verloren – achten sie auf eine gesunde Ernährung und auf ausreichend Sport. „Mit einem Schrittzähler am Handgelenk können wir genau verfolgen, was wir geschafft haben. 5000 bis 6000 Schritte erreichen wir fast jeden Tag“, berichtet Adelheit Brechlin. „Außerdem bauen wir grad zu Hause. Über zu wenig Bewegung können wir uns derzeit also nicht beklagen“, ergänzt ihr Mann. Positiver Nebeneffekt: Sein Blutzuckerwert ist von 8,1 auf 6,5 mmol/l (Millimol pro Liter) runtergegangen.

Ansonsten landen seit Jahresbeginn viele gemüsereiche Mahlzeiten auf dem Esstisch der Familie Brechlin. „Wir verzichten zwar nicht komplett auf Kohlenhydrate, lassen aber abends oft das Essen weg oder nehmen nur ganz kleine Mahlzeiten ein. Und wenn wir zu einer Feier eingeladen sind, gibt es dementsprechend mittags nur Schmalkost“, sagt die 56-Jährige. Heino Brechlin hat sich angewöhnt, langsam zu essen. „Dadurch setzt jetzt das Sättigungsgefühl schneller als vorher ein“, gibt er einen wertvollen Tipp.

Ein lehrreiches Projekt, nennt Andreas Prager aus Trassenheide auf der Insel Usedom den Kurs des Klinikums Karlsburg. „Viele Sachen wusste ich vorher nicht, etwa, dass es auch Obstsorten gibt, die nicht unbedingt gesundheitsfördernd sind“, berichtet der 56-Jährige. Er ist Ende Januar mit einem Gewicht von 115,4 Kilogramm an den Start gegangen. „Sport habe ich bisher noch nicht so viel gemacht.

Ich fange jetzt aber mit dem Joggen an. Zu 80 Prozent möchte ich mein Gewicht aber über eine vernünftige Ernährung erreichen“, sagt er. Andreas Prager kocht ohne Fett und kauft viele Vollkornprodukte ein. „Mir schmecken Eintöpfe. Aber im Topf landet jetzt nur noch Gemüse, kein Fleisch.“ Beim letzten Wiegen blieb der Zeiger bei 110,5 Kilogramm stehen. „Mein Ziel ist es, 102 Kilogramm zu erreichen.

Und das schaffe ich auch“, sagt er.

OZ-Aktion

Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen in Mecklenburg-Vorpommern sind übergewichtig und müssen mit gesundheitlichen Problemen rechnen. Zudem leiden weit mehr als zehn Prozent der Einwohner im Nordosten unter extremem Übergewicht.

Die OSTSEE-ZEITUNG begleitet gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald, dem Klinikum Karlsburg, dem Klinikum Südstadt Rostock und der medizinischen Einrichtung „Medprevio“ in Rostock Teilnehmer, die sich an der Aktion „MV speckt ab“ beteiligen. Wie sich die Werte jedes Einzelnen verändern, soll diese Dokumentation, die über mehrere Monate erfolgt, aufzeigen.

Haben Sie, liebe Leser, auch mit dem Abnehmen begonnen? Teilen Sie uns bitte Ihre Erfahrungen mit unter: leserreporter@ostsee-zeitung.de

Mathias Otto

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