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MV aktuell A-20-Desaster: Landtag macht Druck
Nachrichten MV aktuell A-20-Desaster: Landtag macht Druck
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00:00 20.10.2017
Schwerin/Tribsees

Das Desaster an der Autobahn 20 bei Tribsees hat den Landtag erreicht. Die Abgeordneten fordern von der Landesregierung einhellig die schnelle Beseitigung der Schäden und Aufklärung über mögliche Verantwortung für das Wegbrechen der Fahrbahn. Die Linke sieht den Bund in der Pflicht, sämtliche Kosten für eine Sanierung an der Strecke zu übernehmen. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) macht wenig Hoffnung, dass kürzere Umleitungsstrecken für die gesperrte A 20 wirklich umsetzbar sind.

Von einer „Lebensader für MV“ war in Bezug auf die A 20 im Landtag oft zu hören. CDU und SPD hatten das Thema als dringend auf die Tagesordnung gesetzt. Die 2005 eröffnete Autobahn, damals nicht unumstritten, sei wichtig für Wirtschaft, Pendler, Tourismus und den Anschluss des östlichen Landesteils, heißt es unisono aus Fraktionen. Nur die Linke, damals Kritiker am Verkehrswegeprojekt im Zuge der deutschen Einheit, räumt zögerlich den Nutzen ein. Was geschieht, wenn diese Lebensader über Jahre ausfällt, wolle man sich gar nicht vorstellen. Einstimmig haben die Fraktionen die Regierung aufgefordert, die A 20 schnellstens wiederherszutellen, Schäden, Mehrkosten und Verantwortung dafür zu benennen.

Die nördliche Fahrspur der A 20 war am 9. Oktober auf einer Strecke von 40 Metern bis zu 2,50 Meter tief abgesackt. Der Verkehr wird derzeit aufwändig über Bad Sülze und Sanitz umgeleitet.

Richtung Stettin ist eine Spur weiterhin offen (die OZ berichtete). Die Angst geht um, dass eine Vollsperrung nötig wird. Der moorige Untergrund könnte zum weiteren Absinken von Fahrbahnteilen führen.

Kürzere Umleitungen für den Auto-Verkehr werden derzeit geprüft. Minister Pegel ist jedoch skeptisch: Eine Alternative über Bad Sülze würde aufgrund schmaler Straße für Lkw im Gegenverkehr nicht ausreichen, sagt er. Zudem wäre eine Herrichtung der Straße mit Tiefengründung teuer. Die Idee der Nutzung einer KurzVariante über eine frühere Baustellenzufahrt bei Tribsees sei verworfen worden. Bis zum Sommer 2018 solle nun eine Behelfsbrücke her, die über die noch bestehende Fahrbahn gelegt werden soll, so Pegel. Dann wäre in beide Richtungen je eine Fahrspur nutzbar. Staus im Sommer zur Tourismushochsaison wären allerdings programmiert, so Christian Pegel.

Ob aber diese Behelfsbrücke überhaupt verwendet werden kann, müsse geprüft werden. Denn sollte der Fahrbahnuntergrund auf weiteren Strecken anfällig, wäre die Brücke zu kurz, so Pegel. Für Autofahrer und die durch Umleitungsverkehr belasteten Anwohner heißt es weiter: Geduld haben. Pegel versichert: „Geschwindigkeit ist zurzeit unser Hauptanliegen.“ Wer für das Desaster an der A 20 verantwortlich zu machen ist, sei für ihn erstmals nachrangig. Haftungszeiten von Baufirmen sind lange abgelaufen.

Dies gelte jedoch nicht für die Planer, so Stephan Reuken (AfD). Er fordert eine Klärung der Schuldfrage. Da rückt die Autobahn-Projektgesellschaft Deges in den Fokus. Sie wendete nämlich beim Bau der Strecke übers Moor ein angeblich innovatives, zeit- und kostensparendes Verfahren an. Nach Angaben eines führenden Deges- Mitarbeiters gegenüber der OZ sei dieses Verfahren nur in MV und dann nie wieder genutzt worden. Er sei besorgt über diesen „Feldversuch“, sagte Jochen Schulte (SPD). Pegel beteuerte: Bei der Sanierung werde auf klassischeVerfahren zurückgegriffen. Dies hat aber einen Preis: Die A 20 dürfte über Jahre nicht problemlos befahrbar sein. Die Linke sieht den Bund am Zug. Dieser müsse „für alle Aufwendungen – auch die für Umleitungen, Behelfsmaßnahmen sowie Ertüchtigung kommunaler und Landesstraßen – vollständig aufkommen“, so Mignon Schwenke.

Frank Pubantz

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