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MV aktuell A 20: Endlich Pommes in Vorpommern
Nachrichten MV aktuell A 20: Endlich Pommes in Vorpommern
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00:01 22.07.2016

Das Warten auf Schnitzel mit Pommes ist vorbei: Zehneinhalb Jahre nach Fertigstellung der A 20 in Mecklenburg-Vorpommern schließen sich allmählich die Lücken im Raststätten-Netz. Seit gestern können Autofahrer an der Station „Demminer Land“ zwischen Jarmen und Anklam (Vorpommern-Greifswald) den Tank auffüllen, sich im „Serways Restaurant“ stärken und für 70 Cent eine der „Sanifair“-Toiletten benutzen.

5,07 Millionen Euro investierte die Firma Tank & Rast für ihre „Serways-Kompaktanlage“, acht Monate betrug die Bauzeit. Anstatt wie meist zwei Raststätten – eine für jede Richtung – gibt es hier eine, die über eine Brücke von beiden Seiten erreichbar ist. Mit einem 150 Quadratmeter großen Gastraum ist die Anlage eher klein, bietet aber neben Duschen auch Snacks, „klassische Gastronomie“, ein „Info-Center“ sowie 120 Sitzplätze, teils auf der Terrasse.

„Das ist sehr positiv“, sagt Christian Hieff vom ADAC Hansa zum neuen Rastplatz. Der Mangel an Autobahn-Tankstellen in MV werde dem in der Saison starken Urlaubsverkehr nicht gerecht.

Mit der Eröffnung schließt sich eine 270 Kilometer lange Raststätten-Lücke zwischen „Fuchsberg“ bei Neukloster (Nordwestmecklenburg) und „Buckowsee“ an der A 11 in Brandenburg 50 Kilometer vor Berlin. Dazwischen gibt es am Pommerndreieck bei Grimmen zwar noch eine McDonald’s-Filiale neben einer Tankstelle direkt an der Autobahn – die ist aber formal keine Raststätte, weil sie baulich von der A20 getrennt ist.

Von ursprünglich fünf vorgesehenen Raststätten an der A 20 sind nun drei fertig. Im Westen von MV ging „Schönberger Land“ bei Schönberg Ende 2013 in Betrieb. Am „Fuchsberg“ 70 Kilometer ostwärts können Autofahrer bereits seit 2003 rasten. Zwei fehlen noch: „Brohmer Berge“ bei Friedland (Vorpommern-Greifswald) und „Lindholz“ zwischen Bad Sülze und Tribsees. Ihre Perspektive ist ungewiss. Für „Brohmer Berge“ führte das Landesverkehrsministerium 2007 eine Ausschreibung durch, die ohne Bewerber blieb.

Möglichen Betreibern fehlt es schlicht an möglicher Kundschaft: Nur rund 10 000 Autos befahren die A 20 im Schnitt am Tag in Höhe Neubrandenburg. In Rostock sind es mit 28 500 fast dreimal so viele.

Der Bund verpflichtet die Betreiber zu einem 24-Stunden-Betrieb, der hohe Kosten entstehen lässt. Versuche in Brandenburg, diese Regelung aufzulockern, scheiterten. Tank & und Rast wird gut nachgerechnet haben, ob sich die Investition bei Anklam lohnt. Von den Erfahrungen, die dort gemacht werden, hängt es ab, ob es noch etwas mit den noch fehlenden beiden A20-Raststätten wird.

Für „Lindholz“ soll es demnächst eine Ausschreibung geben, kündigt Sprecher Steffen Wehner vom Schweriner Verkehrsministerium an. Sollten sich noch Investoren finden, könnten sie sofort loslegen – Zu- und Abfahrten sind da, alle nötigen Leitungen verlegt. Es müssen bloß noch Gebäude gebaut werden. „Lindholz“ und „Brohmer Berge“ gibt es bereits, bisher allerdings nur als Parkplätze.

Gerald Kleine Wördemann

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