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ADAC-Experte: Preiserhöhung bei Tüv und Dekra prüfen

Rostock ADAC-Experte: Preiserhöhung bei Tüv und Dekra prüfen

HU und Fahrprüfungen sollen teurer werden / Auch Fahrlehrer verlangen mehr

Rostock. Mehrkosten für Autofahrer und die, die’s werden wollen: Die Hauptuntersuchung (HU) und Führerscheinprüfungen sollen teurer werden. Auf Antrag der Technischen Prüfdienste Tüv und Dekra hat das Bundesverkehrsministerium eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht. Das Okay vom Bundesrat steht noch aus.

Es wäre die erste Gebührenerhöhung seit acht Jahren. Und längst überfällig, sagt Manfred Preetz, Sprecher der Dekra in Mecklenburg-Vorpommern. Die Prüfstellen hätten schon länger nicht mehr kostendeckend arbeiten können. Grund dafür sei neben steigenden Personalausgaben die in immer mehr Autos verbaute Technik: Abstandswarner, dynamisches Kurvenlicht und ähnliche Extras sind mittlerweile in vielen Neuwagen Standard. „Dadurch haben wir 25 Prozent mehr Zeitaufwand.“ Die regelmäßig fällige HU soll für Pkw künftig je nach Bundesland zwischen 29,40 Euro und 46,10 Euro kosten, worauf dann noch 19 Prozent Mehrwertsteuer kommen. Bisher liegt diese Spanne zwischen 27,80 und 43,50 Euro netto. Die Erhöhung sei moderat, sagt ADAC-Sprecher Hans Duschl. Er fordert jedoch, deren Notwendigkeit kritisch zu prüfen.

Teurer wird es auch für Fahrschüler. Wer zum Beispiel die Erlaubnis zum Autofahren will, muss demnächst für Theorie- und Praxisprüfung zusammen 6,40 Euro netto mehr ausgeben. Und das ist nur das Plus bei den Gebühren, die die Sachverständigen von Tüv oder Dekra kassieren. Weil Fahrlehrer ihren Beitrag zur Prüfung separat und individuell kalkulieren, könnten die Prüfungskosten von Schule zu Schule unterschiedlich hoch ausfallen, sagt Duschl.

Für Fahrstunden müssen Fahrschüler in MV von Jahr zu Jahr mehr Geld einplanen. „Bei uns steigen die Kosten genauso wie überall“, begründet Helmut Bode, Vorsitzender des Landesfahrlehrerverbandes. Für Neufahrzeuge und Sprit zum Beispiel müssten die Fahrschulen heute deutlich mehr Geld ausgeben als noch vor ein paar Jahren. Das legten die Inhaber auf ihre Kunden um. Wie viel die durchschnittlich für Theorie, Praxis und Prüfungen hinblättern müssen, variiere stark. Durchschnittlich seien in MV etwa 1800 Euro für einen Pkw-Führerschein fällig, sagt Bode. Pro Übungsstunde in der Stadt wären 33 bis 35 Euro Minimum, damit die Schule dabei was verdient. „Wer heute noch 24 Euro für die Fahrstunde nimmt, kann gleich Hartz IV beantragen.“ Bei den Führerscheinkosten zähle MV nach wie vor zu den günstigeren Bundesländern, sagt ADAC-Experte Duschl. Er rät dennoch dazu, Preise zu vergleichen.

Die Zahl der Fahrschulen in MV ist rückläufig. Aktuell seien landesweit knapp 360 am Markt, sagt Bode. Tendenz sinkend. Der demografische Wandel setze der Branche zu, sagt der Verbandssprecher. Der zeigt sich auch beim Blick auf die Prüfungsstatistik: Laut Kraftfahrzeugbundesamt wurden im Nordosten im vergangenen Jahr knapp 29000 Theorie- und rund 25300 Praxistests durchgeführt.

Im Jahr 2007 waren es nahezu doppelt so viele.

Antje Bernstein

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