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Abgeschossene Schwäne: Verwerflich oder normal?

Abgeschossene Schwäne: Verwerflich oder normal?

Eine große Mehrheit der Leser verurteilt den Abschuss der über 50 Vögel

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Jäger haben über 50 Schwäne in Klausdorf erschossen.

Quelle: privat

 

Klausdorf. Der Abschuss von mehr als 50 Höckerschwänen auf einem Feld in Klausdorf bei Stralsund (die OZ berichtete) beschäftigt weiterhin viele OZ-Leser. Eine deutliche Mehrheit von ihnen verurteilt das Töten der Vögel, nur wenige Leser stellen sich an die Seite der Jäger. Pro Jahr werden in Mecklenburg- Vorpommern etwa 600 Schwäne erlegt — weil sie Schäden auf Äckern anrichten und um ihr Fleisch zu essen. Die getöteten Vögel von Klausdorf wurden vergraben. Hier eine Auswahl der Lesermeinungen.

„Sind das die Jäger, die sich gern mit Naturschutz, Hege und Pflege, Brauchtum und Ehrfurcht vor der Kreatur schmücken wollen?“, fragt Helmut Augustyniak . Die Jäger können sich hinter dem Jagdrecht verstecken, wie sie wollen: In Klausdorf haben sie sich „selber ins Knie geschossen“. Jagd ja, aber nicht so, betont der Facebook-Nutzer. Auch Erika Wenzel

verurteilt den Abschuss: „Da kann man nur sagen, Pfui Deibel. Die das machen, sind wirklich Vernichter, nichts anderes“, schreibt sie in einem Leserbrief. Man kann sich für ein solches Verhalten nur schämen. Frank Salesch betont, dass er solche Gemetzel nicht gut finde. Er wird zwar bald Jäger. Jedoch: „Schwäne würde ich nie jagen. Egal ob es erlaubt ist oder nicht. Im Übrigen ist das unwaidmännisch. Bei der Jagdausübung soll den Tieren eine faire Chance gegeben werden“, meint er. Für Peter Hölper ist die Horrornachricht von der sinnlosen Tötung der Schwäne „verwerflich, unmoralisch und dazu kontraproduktiv fürs Jagdwesen an sich“.

Einen anderen Aspekt schildert Ursula Wetzel : „Ich arbeite ehrenamtlich bei einer Tierauffangstation, hier retten wir diese Tiere.“ Für die schießwütigen „Jäger“ hat sie kein Verständnis. Das sieht auch Thomas Bastian so: „Auf der einen Seite werden Schwäne gerettet, und dann solche Bilder.“

„Die meisten Menschen haben keine Achtung vor der Natur, in der sie leben“, ist sich Facebook-Nutzerin Susi Susi sicher. Drastisch äußert sich Heike Kehl zu den Jägern: „Unglaublich! Lizenz auf Lebenszeit entziehen und die Flinten natürlich auch.“ Und Bernd Sturzrehm meint: „Wie pervers muss man als ,Jäger‘ sein, um am 1. Advent 50 Weißschwäne abzuknallen?“ Die Schwäne hätte man auch anders von den Feldern verjagen können, sagt Sophie Krüger: „Kann man nicht einfach seinen Hund die Schwäne aufscheuchen lassen? So haben wir es immer gemacht.“ Dieter Schley erklärt: „Solche Wildfrevler gehören angeprangert — und Patententzug.“

Dagegen meint Swetlana Behrens , dass die Jäger nicht gegen bestehendes Recht verstoßen haben. „Moralisch ist das sicher fraglich, aber die Schwäne richten nicht unerhebliche Schäden an“, schreibt sie. Charli Sierra kann die Empörung zwar verstehen. „Aber was ist bei den Schwänen anders als bei Wildenten, Gänsen, Wildschweinen oder Rehen, wenn sie bejagt werden?“, fragt er. Der Schwan ist ein ganz einfaches „Jagdtier“ wie jedes andere auch. Für Stefan Tanne ist beim Abschuss der Schwäne das Schlimme, dass die Kadaver einfach vergraben wurden und die Tiere somit grundlos sterben mussten. „Solange die Tiere ordentlich verwertet werden, sehe ich da kein Problem“, meint er. Thomas Lich antwortet: „Gänse, Enten und Hühner isst man doch auch. Schwäne waren bis vor 100 Jahren übrigens eine Delikatesse.“ Lisa-Maria Rydz berichtet: „Hab grad erst Schwan gegessen, schmeckt sehr gut.“ Und Mathias Hustedt sagt auf der Facebook-Seite der OZ: „Alle, die nicht vegan leben, sollten mal zusehen, wie die Tiere in den Schlachthäusern getötet werden.“

Verzehr von Wildtieren
Laut Bundeswildschutzverordnung ist es verboten, Wildtiere lebend oder tot sowie Teile oder aus ihnen hergestellte Produkte und Erzeugnisse in Besitz zu nehmen, zu erwerben, zu be- und zu verarbeiten oder anderweitig zu verwenden. Der Jagdausübungsberechtigte darf solch ein Tier, das er sich rechtmäßig angeeignet hat, nur für sich selbst verwerten oder verschenken. Er darf es nicht verkaufen. Das gilt auch für Teile dieser Tiere, also Wildbret, Trophäen oder Präparate.

 



Bernhard Schmidtbauer

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