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MV aktuell Abi-Reform in MV: Ministerium will Schüler entlasten
Nachrichten MV aktuell Abi-Reform in MV: Ministerium will Schüler entlasten
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15:08 30.08.2018
Die Landesregierung von MV reformiert das Abi. Im Bild: Jann-Ole Wolter, Marlene Kabus, Erik Krohn, Arne Wilken vom Rostocker Käthe-Kollwitz-Gymnasium (Archivfoto) Quelle: Frank Söllner
Rostock

Die Landesregierung reformiert das Abitur: Mecklenburg-Vorpommern kehrt 2019 zum Prinzip der Grund- und Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe zurück. 2021 sollen die ersten Abiturprüfungen nach der Reform abgelegt werden. Laut Kultusministerium sollen Schüler damit entlastet und das Abitur an Bundesstandards angeglichen werden. Während sich der Gymnasiallehrerverband MV mit den Änderungen zufrieden zeigt, gehen dem Landesschülerrat die Neuerungen nicht weit genug. „Das neue Oberstufenmodell ist keine Verbesserung, sondern lediglich eine Veränderung“, sagt Vorstandsmitglied Leo Radloff.

Auch Fach- und Abendgymnasien betroffen

Die Neuregelung betrifft auch Fach- und Abendgymnasien. An den Fachgymnasien ist das jeweilige berufliche Schwerpunktfach als Leistungskurs zu belegen. Das zweite Leistungskursfach soll entweder Deutsch, eine fortgeführte Fremdsprache oder Mathematik sein. An den Abendgymnasien sollen mindestens die Unterrichtsfächer Deutsch, Englisch und Mathematik sowie eine Naturwissenschaft als Leistungskursfächer angeboten werden.

Stunden bis zur letzten Minute durchgetaktet

Weniger Prüfungen, mehr bedarfsgerechte Förderung und die Orientierung an Vorgaben vom Bund: Das Kultusministerium will mit der neuen Abitur-Reform Schüler entlasten und gezielter fördern. Handlungsbedarf sei längst gegeben. Radloff: „Die Stunden sind meist bis auf die letzte Minute durchgetaktet. Da bleibt wenig Zeit, um auf einzelne Themen vertiefend einzugehen und Schülern den Freiraum zu lassen, sich mit verschiedenen Inhalten auseinanderzusetzen.“

Aktuell gilt in der gymnasialen Oberstufe noch das Hauptfächer-Modell: Hier lernen sowohl Schüler gemeinsam, die das Abitur in dem jeweiligen Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau ablegen, als auch solche, die die Prüfung nur auf Grundniveau schreiben wollen. Diese Vereinheitlichung habe in der Praxis jedoch zu Problemen geführt, heißt es. Statt sechs Hauptfächer soll es künftig nur zwei Leistungskurs-Fächer geben.

Lehrerverband: Schüler nach Bedürfnissen fördern

„Man muss die Schüler entsprechend ihren Bedürfnissen fördern“, sagt Jörg Seifert, Vorsitzender des Gymnasiallehrerverbandes MV. Er ist schon länger davon überzeugt, dass das bisherige Haupt- und Nebenfachprinzip nicht funktioniert. Dass es nun zu einer grundlegenden Änderung kommt, die vorsieht, dass die Schüler ihre Leistungskurse wieder selbst wählen dürfen, sei ein Erfolg. Zudem verringert sich die Anzahl der Prüfungen auf ein bundeseinheitliches Niveau von sechs auf fünf. „Schüler sollen nicht durch zusätzliche Prüfungen bestraft werden“, sagt Seifert. Die beiden Leistungskurse und ein Grundkursfach werden schriftlich und zwei weitere Grundkursfächer mündlich geprüft.

Die Anzahl der Wochenstunden in Leistungskursen wird von vier auf fünf angehoben, was der Schülerrat kritisch sieht: „Bei 45 Minuten Unterricht mehr pro Woche wird der Schüler weder entlastet noch wird er mehr lernen“, sagt Radloff. Zudem soll es ab dem Schuljahr 2020/21 ein neues Unterrichtsfach geben: berufliche Orientierung. Das zweistündige Grundkursfach soll eine „fundierte Berufsorientierung bis zur Qualifikationsphase ermöglichen“, lässt Landeskultusministerin Birgit Hesse (SPD) in einem Schreiben wissen.

Schülervertretung: Zu wenig Stunden in den Grundkursen

Kritisch sieht die Schülervertretung die Situation bei den künftigen Grundkursen. Hier sinke in den bisherigen Hauptfächern die Anzahl der Wochenstunden von vier auf drei. „Gerade Fächer wie Mathe leben vom Üben und Wiederholen. Wenn hier jetzt noch eine Stunde abgezogen wird, werden die Ergebnisse katastrophal“, warnt Radloff. Der Schülerrat fordert sechsstündige Leistungskurse und vierstündige Grundkurse bei gleichbleibendem Stundenvolumen. „Dann wäre im Unterricht auch mal Zeit, ein Thema mit praktischem Beispiel auszuprobieren“, so Radloff. Und darum gehe es ja schließlich in der gymnasialen Oberstufe. „Hier sollen Kompetenzen vertieft werden“, betont er.

Die Schüler kritisieren, dass sie bei der Erarbeitung der Reform nicht gehört worden seien. Das Kultusministerium betont zwar, dass die Schülervertretung in der sogenannten Lenkungsgruppe des Bildungsministeriums sitze und man nach sieben Tagungen gemeinsam die Beschlüsse gefasst hat, aber der Schülerrat hält dagegen: Ihre Einwände seien nicht berücksichtigt worden. „Das Ministerium zieht sich darauf zurück, dass es Vorgaben der Kultusministerkonferenz umsetzt.“ In dieser Kultusministerkonferenz sitze eben auch Ministerin Hesse. „Und sie hat uns nie gefragt, wie wir das Problem sehen.“ Dabei vertrete der Landesschülerrat fast 150 000 Schüler in MV.

André Wornowski und Moritz Naumann

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