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MV aktuell Abi in MV wieder nach 13 Jahren?
Nachrichten MV aktuell Abi in MV wieder nach 13 Jahren?
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00:01 24.03.2017

. Jüngste Bestrebungen in Bayern für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren haben der Diskussion auch im Nordosten neue Nahrung gegeben. Der Philologenverband Mecklenburg-Vorpommern – die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer – will seine Forderung nach einer Verlängerung der Schulzeit bei einem Treffen mit der neuen Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) kommende Woche auf den Tisch legen. Seit 2008 wird das Abitur in MV in der Regel nach zwölf Schuljahren abgelegt.

„Beim Abitur nach zwölf Schuljahren ist ein Jahr weniger Zeit, aber es ist nicht weniger Stoff“, sagte der Verbandsvorsitzende Jörg Seifert. Die Folge sei ein stark erhöhter Zeitdruck für die Schüler mit bis zu 36 Unterrichtsstunden in der Woche – bei G9 (Abi nach 13 Jahren) sind es durchschnittlich nur 30 Wochenstunden. Soziale Aktivitäten außerhalb der Schule, die für die Entwicklung junger Menschen zu künftigen Führungskräften wichtig seien, hätten in den vergangenen Jahren abgenommen.

In MV verschärfe sich das Tempo im Gymnasium zusätzlich, weil die Schüler erst ab Klasse sieben kommen. „Den Kindern fehlt die Möglichkeit, sich in Klasse fünf und sechs im Gymnasium auszuprobieren“, sagte Seifert. Wer ohne Schulempfehlung in Klasse sieben ans Gymnasium komme, stehe vom ersten Tag an unter Erfolgsdruck – in einem Alter, in dem die Pubertät beginnt. Nach einem halben Jahr werde entschieden, ob der Betreffende bleiben kann.

Die Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern, Anja Betty Ritter, sieht eine Schüler-Überlastung. „Wir haben Kinder, die nicht mehr können“, sagte sie und sprach sich für eine Verlängerung der Schulzeit bis zum Abitur auf 13 Jahre aus. In der Schweriner Landespolitik finden die G9-Freunde derzeit keine Verbündeten. SPD und CDU haben in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, an den Schulstrukturen in den kommenden fünf Jahren nichts verändern zu wollen. „Für uns ist Verlässlichkeit und Planbarkeit in der Schulpolitik oberstes Gebot“, sagte der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Oliver Kaiser.

Auch die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, will G8 beibehalten. Sie sprach sich für eine Stundenverschiebung aus den Klassen 11 und 12 in die unteren Klassen aus, um die Oberstufen-Schüler zu entlasten. Fünftklässler haben allerdings auch schon 30 Wochenstunden, Sechstklässler 31.

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