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Abzocker in Uniform: Diebe geben sich als Polizisten aus

Rostock Abzocker in Uniform: Diebe geben sich als Polizisten aus

Ganoven erleichtern ihre Opfer um mehrere hundert Euro. Die Verbraucherzentrale warnt: Der Betrug in allen Varianten nimmt zu.

Rostock. Diesem Polizisten kann man nicht trauen: Er sagt, er sei Kriminalbeamter, hat sogar einen Dienstausweis. Doch hinter der Maskerade steckt ein Dieb. Der hat in Wismar (Nordwestmecklenburg) eine ältere Dame bestohlen.

Die Masche ist dreist: Der vermeintliche Polizist behauptet, ein Jugendlicher sei in die Wohnung der Dame eingedrungen, habe Geld gestohlen und sei geschnappt worden — mit der Adresse der Geschädigten in der Tasche. Er wolle der Sache nun nachgehen. Die Dame glaubt dem falschen Polizisten, lässt ihn in die Wohnung. Sie verrät ihm, wo ihr Bargeld liegt. In einem unbeobachteten Moment schnappt sich der Dieb die Beute. Mit mehreren hundert Euro macht er sich aus dem Staub.

Dass sich ein Dieb als Kriminalbeamter verkleidet, sei neu, sagt André Falke von der Wismarer Polizeiinspektion. Doch ein Einzelfall ist der Dieb in Uniform nicht: Auch in Ludwigslust haben Ganoven unbedarfte Opfer mit dieser Masche um ihr Geld gebracht. Falke empfiehlt, sich von Polizeibeamten stets den Dienstausweis — eine hellblaue Scheckkarte mit Passbild — zeigen zu lassen. „Wenn der Bürger nicht von der Echtheit überzeugt ist, kann er sich an die Dienststelle vor Ort oder auch an die 110 wenden“, sagt Falke.

Ob Enkeltrick oder unseriöse Gewinnversprechen: „Der Betrug in allen Varianten nimmt zu“, sagt Matthias Wins, Jurist bei der Verbraucherzentrale MV. Er mahnt zur Vorsicht. „Spätestens wenn jemand in die Wohnung will oder fordert, dass man etwas unterschreibt, sollte man die Identität überprüfen.“

Genau so hat eine Frau aus dem Landkreis Rostock einen Betrugsversuch vereitelt. Ein Anrufer hatte sich als Vodafone-Mitarbeiter ausgegeben. Er wolle die Leitung prüfen und vorbeikommen. Die Frau lehnte ab und informierte sich bei der Firma. Ihr Glück, denn ohne Anfrage schickt Vodafone gar keine Mitarbeiter zu den Kunden.

Skepsis sei zwar generell angebracht. „Man kann aber nicht immer misstrauisch sein. Wenn man sieht, dass da zum Beispiel tatsächlich eine Scheibe eingeschlagen ist, gehört schon viel dazu, den Polizisten misstrauisch nach dem Ausweis zu fragen. Aber notfalls muss man das machen“, betont Wins.

Abzocker und Diebe werden kreativer. Ein Dauerbrenner aber bleibe die Masche, bei der die Betrüger vorgeben, den Kabelanschluss oder die Telefonleitung prüfen zu müssen. „Wenn sie dann Zutritt zur Wohnung haben, wird die Katze aus dem Sack gelassen und den Leuten ein Vertrag untergejubelt“, erläutert Matthias Wins. „Wenn jemand ein Formular aus dem Hut zaubert, sollte man stutzig werden.“ Was aber, wenn man doch in die Falle getappt ist und nicht abgesprochene Beträge zahlen soll? „Wenn man die Rechnung auf den Tisch bekommt, muss man den Gegner informieren, dass es nicht so vereinbart ist. Wenn der dann weiter nicht gerechtfertigte Forderungen stellt, sollte man nicht zögern, Strafanzeige zu erstatten“, appelliert der Jurist.

Antje Bernstein

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