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Ach du dicker Hund: Vierbeiner werden immer runder

Rostock Ach du dicker Hund: Vierbeiner werden immer runder

Tierärzte warnen vor schweren Schäden bei Haustieren durch Übergewicht.

Rostock. Moppel auf vier Beinen: Immer mehr Hunde in Mecklenburg-Vorpommern sind viel zu dick. Und nicht nur das: Auch Katzen oder Kaninchen leiden zunehmend an Übergewicht.

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Tierärzte warnen vor schweren Schäden bei Haustieren durch Übergewicht.

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Fast 50 Prozent der Haustiere in MV haben Übergewicht oder sind adipös, also krankhaft fettleibig, schätzt der Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Tendenz steigend. In MV gibt es etwa 80

000 Hunde. Mehr als zwei Drittel sind Rassehunde. Die Anzahl der Mischlinge nimmt aber zu.

Übergewicht hat gefährliche Folgen: So ist das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas und Fettleber erhöht. Eine Studie des Bundesverbandes für Tiergesundheit unterstreicht diesen Trend.

„Häufig sind es die Kalorien, die zusätzlich gefüttert werden, wie Leckerchen oder Kauartikel“, erklärt Dr. Stephanie Schmitz, Tierärztin in Rostock. Sie habe regelmäßig mit solchen Fällen zu tun.

Übergewicht und falsche Fütterung würden inzwischen zu den häufigsten Krankheitsauslösern bei Hunden und Katzen zählen. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Häufig haben die Besitzer die zu vielen Pfunde noch gar nicht bemerkt“, sagt Stephanie Schmitz. Übergewicht entstehe über einen langen Zeitraum, deshalb werde die Gewichtszunahme oft übersehen. Die Folgen: Nicht nur die Lebenserwartung werde verkürzt. „Diabetes, Herz-Kreislauf- sowie Gelenkschäden sind meist die Folge“, erläutert die Tierärztin.

Auch Tierschützer warnen davor, beim Füttern zu übertreiben. Die gesundheitlichen Risiken sind einfach zu groß, erklärt Kerstin Lenz, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes in MV und Vorsitzende des Tierschutzvereins Demmin (Mecklenburgische Seenplatte). Im Tierheim landen jedoch fast nie dicke Hunde oder Katzen. im Gegenteil, es sind oftmals fast verhungerte Tiere. In ihrer Hundepension dagegen würde sie immer wieder übergewichtige Hunde betreuen. Einen Fall gebe es gerade im Demminer Tierheim. Hier werde eine Hündin, die unter Übergewicht litt, umsorgt. „Wir haben sie ,dicke Berta’ genannt“, berichtet Kerstin Lenz. Die Dobermann-Hündin sei am 30. November 2017 mit zwei Hündinnen dieser Rasse vom Veterinäramt an den Verein übergeben worden. Der Besitzer war verstorben, Angehörige nicht bekannt. „Die Hündin wog damals 42 Kilogramm, das waren eindeutig zu viele“, sagt Kerstin Lenz. Und ein Hindernis für eine Vermittlung des Tiers. Bis heute habe „Berta“

auf 30 Kilogramm abgespeckt. „Früher hatte sie immer bei den anderen beiden Hündinnen mitgefressen, die hatten sich das gefallen lassen“, erzählt Kerstin Lenz. Das sei im Tierheim natürlich unterbunden worden.

Für eine Gewichtszunahme bei Hunden kann es mehrere Gründe geben – etwa Bewegungsmangel, Leckerlis und auch Schuldgefühle. Oft liege es an der Bequemlichkeit der Halter, sagt Tierärztin Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte. Viele würden auf die Rückseite der Futtersäcke schauen und blind der Fütterungsempfehlung folgen. Dabei seien dies Richtwerte. „Ich würde unabhängig vom Hund, pro forma zehn Prozent von diesen Angaben abziehen und damit starten“, rät Astrid Behr.

Vor einer Behandlung übergewichtiger Hunde stehe die Einsicht der Halter, dass ihr Tier einige Kilo zu viel auf den Rippen hat. „Für etliche Menschen sind Hund und Katze mehr als ein Haustier“, sagt Dr. Stephanie Schmitz. Die Kritik an einem lieb gewonnenen Familienmitglied würden sie als verletzend empfinden. Ein Gesundheits-

Check sei ebenso wichtig, um Krankheiten als Ursache auszuschließen. Sie empfehle regelmäßiges Wiegen und Vorsorgeuntersuchungen.

„Dicke“ Anzeichen

Übergewicht bei Hunden ist sehr ungesund. Ob ein Hund zu dick sein könnte, ist daran zu erkennen:

1. Bei einem normalgewichtigen Hund liegen die Rippen unter einer dünnen Fettschicht und sind gut zu zählen bzw. zu ertasten, ebenso die Knochen am Rutenansatz. Sind die Rippen nicht mehr fühlbar, so ist die Fettschicht darüber zu dick. Der Hund ist damit fettleibig.

2. Bewegt sich ein Hund nur noch schwerfällig, kann das Tier zu viele Kilogramm haben.

3. Ein Hund mit Übergewicht gerät oft sehr schnell außer Atem, etwa beim Spielen oder Laufen.

4. Der Hund schläft oder liegt länger und öfter als bisher üblich.

5. Ein zu dicker Hund kann dazu den Glanz seines Fells verlieren.

Julia Haberichter und Bernhard Schmidtbauer

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