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MV aktuell Ackerböden in schlechtem Zustand: BUND fordert Bodenschutzprogramm
Nachrichten MV aktuell Ackerböden in schlechtem Zustand: BUND fordert Bodenschutzprogramm
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00:00 29.01.2018

Schwerin Nach dem vielen Regen der vergangenen Monate steht in Mecklenburg-Vorpommern auf vielen Äckern das Wasser. Während eine Erklärung von Landwirten lautet, der Boden sei einfach mit Wasser gesättigt – immerhin fielen im Vorjahr 130 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge – führt die Umweltorganisation BUND die Überflutung auf eine Bodenverdichtung zurück. Durch die immer schwerer werdenden Landmaschinen, die viel zu häufig auf den humusarmen Böden unterwegs seien, verdichte sich der Oberboden, sagte der BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff. Häufig komme es auch zur Verdichtung der sogenannten Pflugsohle, der Fläche etwa 30 Zentimeter unterhalb des lockeren Ackerbodens.

„Nach Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sind in unserem Land die Böden zu 56 Prozent erheblich bis sehr stark durch Verdichtung gefährdet“, erläuterte Roloff.

Die Folge sei, dass zu wenig Niederschlagswasser im Boden gespeichert wird. „Das Wasserhaltevermögen ist verringert und die Versickerung von Regenwasser in den Boden ist eingeschränkt“, sagte er.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz wartet dringend auf das Bodenschutzprogramm in MV, das am Dienstag vom Agrarministerium vorgestellt werden soll. Ein solches Programm war bereits vor 16 Jahren von den Koalitionspartner SPD und CDU vereinbart worden. Roloff sieht eine Lösung des Problems in der Umstellung der Flächen auf ökologischen Landbau, denn nur der schütze nachhaltig vor Bodenverdichtung, Wind- und Bodenerosion.

„Der Ökolandbau praktiziert seit über 90 Jahren, wie man Böden nachhaltig fruchtbarer macht und erhält“, sagte Roloff. Er nannte den Humusaufbau in Form von organischer Düngung mit Mist und Kompost, vielfältige Fruchtfolgen und den Anbau von Hülsenfrüchten. Diese binden Stickstoff aus der Luft und sorgen so für eine natürliche Düngung. Überflutete Äcker gehen laut BUND nicht nur auf den überreichlichen Regen der vergangenen Monate zurück. Ein Grund sei auch, dass der Boden durch schwere Technik massiv verdichtet worden sei.

Birgit Sander

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