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AfD-Chefin Petry sieht ihre Partei als stärkste Kraft im Landtag

Rostock AfD-Chefin Petry sieht ihre Partei als stärkste Kraft im Landtag

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Wahlkampfauftakt der AfD in Rostock vor rund 500 Anhängern. Zur Gegendemo der Initiative „Rostock nazifrei“ kamen rund 500 Menschen.

Rostock. Ausnahmezustand in Rostock, die Nordseite des Hauptbahnshofs ist abgeriegelt. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat gestern Abend mit Parteichefin Frauke Petry vor rund 500 Interessierten den Landtagswahlkampf eröffnet. Etwa genauso viele Gegendemonstranten machen ihrem Unmut über die AfD Luft, so schätzt die Polizei. 430 Polizisten aus vier Bundesländern müssen die Gruppen trennen.

Eine Fahne am Baukran weht hoch über dem Platz: „Unser Kreuz hat keine Haken“, steht darauf. Ein Zeichen der Kirchgemeinden Rostocks gegen die AfD. Hundert Meter davor spricht Petry vor ihren Anhängern, darunter viele Parteimitglieder, auch aus Sachsen. Männer halten ein Transparent; „Lügenpresse“ steht darauf und „Ami go home“. Petry wettert gegen die etablierten Parteien, Flüchtlingspolitik und „das sozialistische Experiment Merkels“. Ziel der AfD sei es, als stärkste Fraktion in den Landtag einzuziehen. Als Opposition – das sagt sie auch. MV sei „ein Bundesland, auf das die Welt schaut“, so Petry: „Ich glaube, dieses Mal schreiben die Fischköpfe Geschichte.“

AfD-Landesprecher Leif-Erik Holm spricht von fehlender Sicherheit und Zukunftschancen im Land. Dass die Kirchen sich gegen die Partei wenden, hinterlässt Spuren bei der AfD. Holm erregt sich darüber:

„Wir sind nicht rassistisch und nicht fremdenfeindlich.“ Der Rostocker Landtagskandidat Holger Arppe sieht die Kirche „Seite an Seite mit Extremisten“. Im Pulk der AfD-Anhänger sind Neonazi-Symbole zu sehen.

Die Gegendemonstranten lassen bunte Luftballons mit Botschaften aufsteigen, als AfD-Chefin Petry spricht. Linke, Grüne, SPD und andere gesellschaftliche Gruppen sind darunter. Auch Studenten der Uni Rostock haben zum Gegenprotest aufgerufen. Laut schallt das Lied der Gruppe „Die Ärzte“ vom dummen Neonazi über den Platz: „Arschloch!“

„Die AfD ist ein Sammelbecken rassistischer und fremdenfeindlicher Positionen“, sagt Jonas Imam-Dogesch vom Bündnis Rostock nazifrei. „In einem Land nach den Vorstellungen dieser Partei wollen wir nicht leben.“

Am Ende bleibt es weitgehend friedlich. Einmal muss die Polizei zwei junge Männer überwältigen. Eine Gruppe von etwa zehn Leuten der AfD-Seite habe die Gegendemonstranten provoziert, sagt eine Polzeisprecherin, einer einen Beamten geschubst. „Sie waren alkoholisiert.“

fp/tn

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