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MV aktuell AfD-Politiker zockte Firmen ab
Nachrichten MV aktuell AfD-Politiker zockte Firmen ab
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00:01 02.04.2016

Der Chef der „Jungen Alternative“ (JA) in Mecklenburg- Vorpommern, Robert Schnell, war Geschäftsführer einer dubiosen Inkassofirma. Wie aus Recherchen der Journalistin Andrea Röpke hervorgeht, war Schnell bei der 2012 gegründeten „DTE Euro Payment und Inkassogesellschaft“ tätig. Die Rostocker Staatsanwaltschaft führte im Jahr 2013 ein Ermittlungsverfahren gegen Schnell (Aktenzeichen 364FE Js 6967/13).

Der Chef der AfD-Organisation „Junge Alternative“, Robert Schnell. Quelle: endstation-rechts.de

Die Firma soll damals „massenhaft Formularschreiben“ an Gewerbetreibende verschickt haben, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Den Firmen wurde die Aufnahme in ein Internet-Branchenbuch angeboten. Laut Staatsanwaltschaft wurde durch die Aufmachung der Anschreiben suggeriert, es handele sich um die „Gelben Seiten“ der Telekom. Da die meisten das Kleingedruckte nicht lasen, entstanden jedem Geschädigten Kosten von rund 600 Euro, die von der Firma DTE eingetrieben wurden.

Ermittelt wurde auch gegen Florian W. wegen „des Verdachts der gemeinschaftlichen und gewerbsmäßigen Betrugs und Verstoßes gegen das Markengesetz in mindestens 8000 Fällen“. Eine offenbar lukrative Masche: Die Staatsanwaltschaft sicherte auf mehreren Konten insgesamt rund 500000 Euro. W. soll zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sein. Schnell, der als Strohmann fungiert und die eingehenden Gelder kontrolliert haben soll, erhielt eine Geldauflage.

Die JA ist die Jugendorganisation der AfD. Nach Angaben des Internetportals „blick nach rechts“ soll Schnell früher FDP-Mitglied gewesen sein. Heute sitzt der JA-Chef auch als AfD-Vertreter im Neubrandenburger Stadtrat. Eine Anfrage der OZ über den AfD-Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte ließ Schnell gestern unbeantwortet.

Von axm

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