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MV aktuell AfD foppt CDU zu Aschermittwoch
Nachrichten MV aktuell AfD foppt CDU zu Aschermittwoch
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00:00 22.02.2017
Demmin

Vorsicht, Satire! In wenigen Tagen wird die kleine Hansestadt Demmin in die politische Weltgeschichte eingehen. Zum 22. Mal feiert dort die Landes-CDU ihren politischen Aschermittwoch, eine bierselige Sause mit Botschaften für das Volk und vor allem die Parteien-Konkurrenz, bei der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine launige Rede halten dürfte. Die AfD im Land setzt an eben diesem 1. März ihren politischen Aschermittwoch dagegen – na klar, auch in Demmin, nur zwei Kilometer entfernt. Und ätsch, die AfD fängt eine Stunde früher, um 15 Uhr, an, lädt alle Bürger ein und spendiert auch noch Freibier. Die CDU nimmt es der Karnevalszeit angemessen gutgelaunt an, aber nur offiziell.

„Wenn Angela Merkel diesmal nach Demmin kommt, sind wir schon längst da“, heißt es in der Ankündigung der AfD. Im Tannenrestaurant sollen politische Frechheiten in die Welt posaunt werden, so wie es am Aschermittwoch seit vielen Jahren in anderen Parteien Usus ist. Nur warum in Demmin? „Wir wollen Frau Merkel herausfordern“, sagt AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm. Zufall ist die Ortswahl also nicht. Holm tritt gegen Merkel als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis 15 (Stralsund/Greifswald) an, er kündigte vollmundig an, sie aus dem Nordosten „vertreiben“ zu wollen.

In der CDU löst die lustige Runde der Landes-AfD einiges Murren aus, offiziell gibt sich die Partei aber gelassen: „Jeder kann eine Veranstaltung machen“, sagt Parteisprecher David Leu. Die CDU empfängt ihrerseits rund 1200 geladene Gäste in der Tennishalle des Hotels Trebeltal. Erwartet werden Reden von CDU-Bundeschefin Merkel und dem Landesvorsitzenden, Lorenz Caffier (CDU). Weit vorn liegt die CDU ganz sicher beim Einpeitscher des Tages: Seit Jahren übernimmt das – mit Frack und und manchmal Zylinder verkleidet – der Europaabgeordnete Werner Kuhn aus Zingst. Kostprobe: „Lieber ein Haus im Grünen als ein Grüner im Haus.“ Dieses Mal werde es um „alle aktuelle Themen gehen, die auf der Agenda stehen“, so Kuhn. Vor allem wolle er sich damit befassen, „wie gut unsere Administration auf die Flüchtlinge eingestellt ist“. Schelte für die Merkel-Regierung im Wahljahr? Keineswegs, sagt Kuhn schmunzelnd. An die Adresse der AfD richtet der CDU-Zeremonienmeister folgendes: „Ich finde es einfach nur affig, solche Trittbrettfahrerei zu betreiben, weil man als Partei kein eigenes Profil hat.“ Das wiederum löst bei Holm ein Lachen aus: „Herrlich.“

Im Vorjahr sagte die Landes-CDU den politischen Aschermittwoch kurzfristig wieder ab. Grund war ein schweres Zugunglück in Bayern mit mehreren Toten. Frank Pubantz

OZ

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