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Affäre mit 13-Jähriger: Polizist stellt Selbstanzeige

Rostock/Schwerin Affäre mit 13-Jähriger: Polizist stellt Selbstanzeige

Beamter des Präsidiums Rostock steht im Verdacht / Vergewaltigung in Schwerin

Rostock/Schwerin. Die Rostocker Polizei muss in den eigenen Reihen ermitteln – und das sorgt im Präsidium für reichlich Wirbel: Nach OZ-Informationen bereitet die Rostocker Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen führenden Polizeibeamten der Einsatzleitstelle vor. Der Vorwurf: Der Mann soll ein 13 Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht haben. Der Beamte ist derzeit vom Dienst freigestellt.

 

OZ-Bild

Alle notwendigen Maßnahmen wurden einge- leitet. Der Beamte wurde suspendiert.“Isabel Wenzel, Polizei-Sprecherin

Wann sich der Vorfall ereignete – dazu schweigen sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft. „Der Fall liegt aber schon einige Wochen zurück, die Ermittlungen laufen schon seit einiger Zeit“, sagt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Auch zur Tat gibt es kaum Auskünfte. Nur so viel: Der Mann, der als „Polizeiführer vom Dienst“ im Präsidium auch mit wichtigen Leitungsaufgaben betraut war, soll das Mädchen nicht vergewaltigt haben. „Es gab unseres Wissens nach keinen Geschlechtsverkehr. Aber es soll zu Berührungen gekommen sein“, formuliert Nowack zurückhaltend.

Nach Informationen der OZ ist der Polizist in seiner Freizeit in einem Chor aktiv. Dort soll er auch das Mädchen kennengelernt haben. Nach einiger Zeit kamen sich die beiden dann näher. „Selbst wenn das Ganze einvernehmlich geschehen ist, ist es strafbar“, so Nowack. Denn die 13-Jährige gilt rechtlich noch als Kind. Die Ermittlungen führt derzeit aber noch die Polizei selbst: „Der Fall liegt beim Präsidium“, sagt der Staatsanwalt. „Es sind alle notwendigen Maßnahmen getroffen worden“, versichert Polizeisprecherin Isabel Wenzel. „Der Vorgang ist in unserem System aber gesperrt. Nur ausgewählte Kollegen können darauf zugreifen.“ In einem anonymen Brief sprechen Beamte der Polizei von einer „beschämenden“ und einer „sehr verwerflichen“ Tat ihres Kollegen. Dass es zu einer Anklage kommen wird, ist höchstwahrscheinlich. Denn der wichtigste Zeuge der Staatsanwälte ist der beschuldigte Polizist selbst. Er hat eine sogenannte Selbstanzeige erstattet, sein Vergehen von sich aus gemeldet und angezeigt. Das könnte sich strafmildernd auswirken. Staatsanwalt Nowack: „Im Normalfall dürfte alles auf eine Bewährungsstrafe hinauslaufen.“

Der Polizist würde dann seinen Beamtenstatus nicht verlieren. Denn den müsste das Land nur aberkennen, wenn er zu einer Freiheitsstrafe von mindestens zwölf Monaten verurteilt wird. So steht es jedenfalls im Beamtenstatusgesetz. Dennoch droht dem Polizeiführer wegen seines Verhältnisses mit dem jungen Mädchen nicht nur strafrechtlich Ärger. „Wir haben gegen den Beamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet“, sagt Behördensprecherin Wenzel.

Im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch soll unterdessen ein siebenjähriges Mädchen bereits am Montag sexuell missbraucht worden sein. Dies teilte die Polizei mit. Mutter und Tochter sind seit der Tat in psychologischer Betreuung. Das Mädchen hat den Unbekannten als etwa 25 Jahre alt, schlank, 1,75 Meter groß und Deutsch sprechend beschrieben. Der Mann soll außerdem dunkelbraune Haare und einen dunkelbraunen Bart haben. Zeugen werden gesucht. Nach Angaben des Mädchens soll er ihm auf dem Heimweg von der Schule aufgelauert haben. Der Täter folgte der Schülerin in einen Hausflur, wo er sie missbrauchte.

Andreas Meyer

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