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Albrecht Brinckmann: „Ich brauche meine tägliche OZ“

Rostock Albrecht Brinckmann: „Ich brauche meine tägliche OZ“

Der 91-jährige frühere Bauer aus dem ehemaligen Dorf Lütten Klein liest die Zeitung seit der ersten Ausgabe / Er lebt mit seiner Familie noch immer im Elternhaus

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Albrecht Brinckmann (91) lebt mit Hündin „Betty“ und der Familie seiner Tochter im ehemaligen Dorf Lütten Klein.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Albrecht Brinckmann (91) muss eine Tageszeitung im Haus haben, schon immer. Da kam ihm damals die OSTSEE-ZEITUNG genau richtig. „Ich lese die Zeitung seit dem 15.

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August 1952, an diesem Tag erschien ihre erste Ausgabe“, berichtet Albrecht Brinckmann. Das Vorgänger-Blatt, die „Landeszeitung“, hatte er — natürlich — auch abonniert.

Der rüstige Rentner ist dem Dorf Lütten Klein, das 1934 ins Stadtgebiet von Rostock eingemeindet worden war, immer treu geblieben. „Bis 1960 war ich ein selbstständiger Bauer. Auf 40 Hektar Land haben wir Getreide und Rüben angebaut, dazu hatten wir Wiesen, um Heu für unser Vieh zu machen“, erzählt Albrecht Brinckmann. Anfang der 1960er Jahre sei er dann Mitglied der LPG „Vorwärts“ Lütten Klein, die Tier- und Pflanzenproduktion betrieben hat, geworden. „Wir haben auch die Obstplantagen in Evershagen bewirtschaftet — vor allem wuchsen dort Äpfel, dazu Birnen und Kirschen.“ Die Flächen für den Obstanbau, den es dort bis heute gibt, umfassten bis zu 420 Hektar. Im Mai 1989 war Albrecht Brinckmann dann in Rente gegangen.

Seine OSTSEE-ZEITUNG hat ihn immer weiter begleitet. Sie habe alles, was er sich wünscht: „Zuerst lese ich vor allem die vielen Familiennachrichten und die Todesanzeigen. Dann weiß ich, wer schon wieder gegangen ist“, meint er. Aber auch die Meldungen aus Rostock und den benachbarten Gemeinden lese er gerne. „Morgens schaue ich die Zeitung grob durch, am Vormittag lese ich dann die Artikel, die mich interessieren, aber nicht alle“, berichtet er. Zu kritisieren habe der Rentner an der Berichterstattung eigentlich nichts. So wie sich die Zeiten geändert hätten, so habe sich natürlich auch die OSTSEE-ZEITUNG geändert.

Am wohlsten fühlt sich Albrecht Brinckmann zu Hause, auf dem alten Bauerngehöft, das sein Opa im Jahr 1898 erbaut hatte. Das Schönste heute ist für den 91-Jährigen, dass er immer Gesellschaft hat.

Seine Tochter wohnt mit ihrer Familie ebenfalls in dem Haus. Und dann weiß der Senior auch die fünfjährige Bernhardiner-Hündin „Betty“ an seiner Seite. Mit ihr hütet er das Haus, wenn der Rest der Familie zur Arbeit ist. „Ich bin der letzte alteingesessene Bauer in meinem Lütten Klein“, betont Albrecht Brinckmann.

Von Bernhard Schmidtbauer

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