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Alles Öko: Super-Produkte aus MV

Rostock Alles Öko: Super-Produkte aus MV

13 Aussteller aus dem Norden präsentieren ihre Spezialitäten auf der Leitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg.

Rostock. /Nürnberg. Es sind besondere Produkte – mit dem kleinen grünen Vogel, dem WWF-Pandabären und einem Biopark-Logo auf der Verpackung: Die Biopark Markt GmbH Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) stellt auf der „Biofach“-Messe in Nürnberg Erzeugnisse aus einem bundesweit einzigartigen Projekt vor. „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ heißt die Initiative, mit der Bauern bei der Bewirtschaftung ihrer Felder und Wiesen besondere Rücksicht auf Feldhasen, seltene Vögel, Lurche und Insekten nehmen.

„Wir wollen dazu beitragen, den Artenrückgang zu stoppen“, sagt Biopark-Vertreter Torsten Hein. Bei Markteinführung 2015 waren 40 Ökohöfe in das Modell-Projekt eingebunden, inzwischen sind es schon 52. Die Handelskette Edeka zahlt den Landwirten für ihr Engagement fünf Cent mehr pro Kilo Rind- und Schweinefleisch.

Das „Artenvielfalt“-Projekt ist eins von drei Themen, mit denen Mecklenburg-Vorpommern in Nürnberg besonders punkten will. Der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft hatte 40 Konzepte aus ganz Deutschland ausgewählt, die speziell für „Innovation und Verantwortung“ stehen. Neben der „Artenvielfalt“-Idee gehören aus MV das Hähnlein-Projekt der Eier-Erzeugergemeinschaft Fürstenhof (Landkreis Rostock) und das Strategieprogramm „ Öko-Kompetenz MV 2020“ des Schweriner Agrarministeriums zu diesen zukunftsweisenden Vorhaben.

Außerdem hat der Rostocker Agrarmarketing-Verein eine Gemeinschaftsschau mit 13 Ausstellern samt Show-Küche und MV-Lounge vorbereitet. Neben Firmen wie den Mecklenburger Backstuben in Waren (Seenplatte), dem Sanddorn-Spezialisten „Storchennest“ aus Ludwigslust und dem Salat-Anbaubetrieb Behr aus Gresse (beide Ludwigslust-Parchim) sind vier Neulinge dabei.

Trockenfrüchte und Feinkost stellt die „Bio am Sund“-GmbH vor, die demnächst in Greifswald mit der Produktion startet. Die Lauenroth Fischfeinkost GmbH aus Lüdersdorf (Nordwestmecklenburg) feiert mit Neuheiten aus dem Seafood-Sortiment ihre Bio-Salat-Premiere. Der Clou: Öko-Garnelen in Lübecker Marzipancreme mit Chilinote. Die Garnelen stammen von Farmen in Vietnam, von deren Standards sich Geschäftsführer Thomas Lauenroth vor Ort überzeugt habe, betont Firmensprecherin Wanda Neubacher.

Selbst für Hund und Katz’ gibt’s Leckerli in Bio-Qualität. Denn: „Tiere sind Familienmitglieder“, sagt Mariana Kämmer von „Wuff & Mau“, einem vor zwei Jahren in Spornitz bei Schwerin gründeten Tiernahrungs-Startup. „Menschen, denen es wichtig ist, was sie essen, wollen auch gutes Futter für ihre Tiere“, meint die 31-Jährige.

Öko-Fleisch erhält die kleine Firma von Bio-Herstellern wie der Mecklenburger Landpute GmbH Severin. Es seien zum Beispiel Fleischstückchen, die beim Schneiden der Filets übrigblieben. Messe-Neuheit für Katze und Hund: ein Steckrüben-Geflügel-Mix. Tester-Tieren hätte es geschmeckt, versichert Mariana Kämmer. Kartoffeln und Steckrüben würden Vitamine liefern, die auch Vierbeiner brauchen. „Denn wir setzen keine künstlichen Vitamine ein.“

„Alle diese Unternehmen stehen für die erfolgreiche Entwicklung des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern“, meint Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD). „Sie zeigen, dass es möglich ist, mehr Bio-Produkte aus Deutschland anzubieten.“ In MV werden rund 128000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Seit 2015 gab es einen Zuwachs von rund 8800 Hektar.

„Der Trend stimmt“, sagt auch Burkhard Roloff von der Umweltorganisation BUND in Schwerin. Trotzdem wolle der BUND Minister Backhaus heute „eine Roadmap für den Ökolandbau mit zehn Handlungsempfehlungen“ vorlegen, wie Roloff gestern mitteilte. Der Bund-Agrarexperte arbeitete in einer Expertenkomission von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit. Schmidt will zur „Biofach“-Eröffnung eine „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ vorstellen.

Die dreitägige „Biofach“-Messe mit insgesamt 2500 Ausstellern aus aller Welt ist Fachbesuchern vorbehalten. Erwartet werden rund 45000 Interessenten, vor allem Einkäufer von Handelsunternehmen.

Elke Ehlers

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