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MV aktuell Als die Ostsee den Tod übers Land brachte
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00:05 14.11.2017
Die Sturmflut und ein Feuer in Stralsund von 1872 auf einer Lithografie.

Die sanfte Ostsee kann auch anders: Gestern war es genau 145 Jahre her, dass die Menschen an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein von einer extremen Naturkatastrophe heimgesucht wurden. In der Nacht zum 13. November 1872 kam es an der Ostsee zum stärksten dokumentierten Sturmhochwasser. In Warnemünde standen Häuser bis zu den Fenstern im Wasser. Die Insel Usedom brach zwischen Koserow und Zempin in zwei Teile. Auch auf dem Darß und auf Hiddensee gab es Durchbrüche. Der Stralsunder Hafen wurde verwüstet, Wieck am Greifswalder Bodden fast von der Landkarte gefegt. In Boltenhagen brachen reihenweise Gebäude ein. Mindestens 270 Menschen in MV und in Schleswig-Holstein starben. Tausende verloren ihr Dach über dem Kopf und ihr gesamtes Hab und Gut. 18 Stunden dauerte es, bis das Wasser zurückging. Nie erreichte die Ostsee wieder einen so extremen Pegelstand von bis zu 3,50 Meter über Normal.

Historisch war es allerdings nicht die schlimmste Flut. 3100 Tote soll Überlieferungen zufolge das Unwetter vom 10. Februar 1625 gefordert haben. In Wismar fuhren Schiffe durch die Stadt, Barth wurde zur Insel und Hiddensee von Rügen abgetrennt.

Die Wetterlage, die zur Katastrophe von 1872 führte, könne sich „in jeder Sturmsaison wiederholen“, warnt das Helmholtz-Zentrum für Küstenforschung Geesthacht. Heute wären die Folgen „möglicherweise noch um ein Vielfaches bedrohlicher“, auch weil die Küste heute viel dichter besiedelt ist als damals.

gkw

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