Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Also doch: An Schulen in MV fehlen noch viele Lehrer
Nachrichten MV aktuell Also doch: An Schulen in MV fehlen noch viele Lehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 08.09.2018
Schwerin

Drei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres fehlen offenbar immer noch Lehrer im dreistelligen Bereich an Schulen in MV. Viele Stellen sind unbesetzt. Dabei hatte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) erst vor kurzem das Gegenteil erklärt. Nimmt sie es mit der Wahrheit nicht so genau? Offenbar hat Hesse auch zuvor gepriesene Seiteneinsteiger wieder aussortiert. Die Linke im Landtag schlägt Alarm.

Bildungsministerin

Birgit Hesse (SPD)

FOTO: J. BÜTTNER/DPA

639 neue Lehrer hat das Land im August nach eigenen Angaben neu eingestellt, davon erstmals rund 30 Prozent Seiteneinsteiger, also Beschäftigte, die vom Unterrichten vorher keine Ahnung hatten – Anteil: 30 Prozent. „Mit den Einstellungszahlen können wir zufrieden sein“, sagte Hesse damals. Der Unterricht sei landesweit abgesichert. Laut Hesse eine „gute Nachricht in diesem noch jungen Schuljahr“. Was sie möglicherweise verschwieg: Die Lehrer-Lücke, die aufgrund von unter anderem Pensionierung älterer Lehrer seit Jahren vorhersehbar ist, ist damit noch lange nicht geschlossen.

Den Beleg liefert das Bildungsministerium jetzt selbst. Denn plötzlich hat es auf seinem Internetportal www.lehrer-in-mv.de 167 Stellen ausgeschrieben. Für alle Schularten und diverse Fachkombinationen. Als Einstellungstermin wird Oktober genannt – also: dringend.

Für Simone Oldenburg, Chefin der Linksfraktion im Landtag, ist klar: „Es brennt in den Schulen an allen Ecken und Enden.“ Oldenburg: „Es ist eine Unverschämtheit und an Ignoranz nicht zu überbieten, dass die Bildungsministerin den Eltern und Lehrkräften einen Bären aufbindet, indem sie zum Schuljahresbeginn vorgab, dass der Unterricht abgesichert sei.“

Auch die Lehrergewerkschaft GEW ist über die vielen plötzlich ausgeschriebenen Stellen des Ministeriums „aufgeschreckt“, wie Sprecherin Michaela Skott erklärt. Eine Erklärung habe sie dafür noch nicht. Das Ausmaß des Lehrermangels sei aber noch viel größer, mutmaßt Oldenburg. Auf ihre Anfrage zum Thema teilt das Ministerium jetzt mit: Es gebe weiter Bedarf an Lehrern. Das liege an Absagen von Bewerbern oder an fehlender Qualifikation. Manche Stellen würden daher gar nicht erneut ausgeschrieben, was die Lücke laut Oldenburg weiter vergrößert. Im Ministeriumssprech heißt das allgemein:

„keine Bewerbungen oder Bewerbungen von nicht geeigneten Personen ... oder Ablehnung von bereits eingestellten Personen“. Weitere Gründe für Neuausschreibung seien Doppelbewerbung oder Antrag auf Teilzeit. Zudem hätten Lehrkräfte zugesagt, die eines, aber nicht das nötige zweite Fach unterrichten können. Es handele sich um einen Prozess „fortlaufender Ausschreibungen“.

Für Oldenburg steht fest: „Die haben falsche Leute eingestellt.“ Die Linke hatte zuvor scharf kritisiert, dass zur Bekämpfung des Lehrermangels immer mehr Nicht-Pädagogen auf Kinder und Jugendliche losgelassen werden. Oldenburg: „Frau Hesse muss endlich die Tatsachen des großen Lehrerbedarfes anerkennen, darf dies nicht mehr leugnen und dringend erforderliche Veränderungen in Ausbildung, Einstellung und Vergütung nicht in den Wind schlagen.“

Das Ministerium spricht dagegen von „strategischer Personalplanung“. Bei den Angeboten handele es sich um vorgezogene Stellen. Man plane also voraus. Das wiederum glaubt Oldenburg nicht.

Die BMV-Fraktion will den schleppenden Schulstart im Land auf der kommenden Landtagssitzung thematisieren. „Der Lehrermangel fällt nicht plötzlich vom Himmel“, so Fraktionschef Bernhard Wildt.

Seiteneinsteiger seien nur „Notlösung. Dann aber nicht ohne entsprechende gründliche Qualifizierung und Betreuung“.

Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen

10300 Lehrerinnen und Lehrer sind laut Bildungsministerium im Schuljahr 2018/19 an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen beschäftigt.Hinzu kämen 1441 hauptberufliche Lehrkräfte an privaten Schulen.

Dabei handele es sich um eine

Prognose, denn offenbar klaffen vor allem im öffentlichen Bereich Lücken.

150000 Schüler besuchen derzeit die Schulen im Land, davon 132700 öffentliche und 17300 private Schulen. Abc-Schützen gibt es landesweit 13600 (12 100/1500).

Frank Pubantz

Gestern ist in der IHK zu Rostock der Medienpreis „Rufer“ vergeben worden. „68 Beiträge wurden dieses Jahr eingereicht, so viele gab es noch nie“, sagte Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK zu Rostock.

08.09.2018

An einem der größten Schandflecke Rostocks tut sich was: Nach drei Jahren Leerstand hat der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften mit den ersten Arbeiten am ehemaligen Polizeipräsidium an der Blücherstraße begonnen. Zunächst werden Bomben gesucht.

07.09.2018

Ein Transporter hat am Dienstagnachmittag auf der Rügenbrücke Feuer gefangen - und rollte brennend durch Stralsund. Jetzt zeigt ein Video auf dem sozialen Netzwerk Facebook den gefährlichen Trip durch die Hansestadt.

07.09.2018