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MV aktuell Alte Autos hoch im Kurs: Trabis bald besser als Aktien?
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00:01 17.10.2016
„Viele zehnjährige Fahrzeuge sind noch gut in Schuss.“Rolf Hamann, Abteilungsleiter Prüfwesen, Dekra-Niederlassung Rostock-Stralsund

Alte Liebe rostet langsam: Die Autos auf deutschen Straßen werden immer betagter. Mittlerweile haben die in Mecklenburg-Vorpommern zugelassenen Pkw im Schnitt 9,2 Jahre auf dem Buckel. 2007 betrug das Durchschnittsalter bundesweit laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) noch acht Jahre, 1997 waren es knapp sieben. Selbst 15 oder 20 Jahre alte Fahrzeuge sind längst keine Seltenheit mehr. Laut ADAC liegt das an der gestiegenen Qualität der Autos. Außerdem lässt die stark wachsende Beliebtheit von Oldtimern das Durchschnittsalter steigen.

„Man muss nicht mehr immer das Allerneueste haben“, sagt Jan Schreier vom ADAC-Technikzentrum im bayerischen Landshut. Vor ein paar Jahren waren noch technische Neuerungen wie Klimaanlage oder Zentralverriegelung ein handfester Grund für den Kauf eines neuen Wagens. Innovationen aus jüngerer Zeit würden nicht mehr so viel Kaufdruck erzeugen. „Gepflegte Fahrzeuge können heute noch mit zehn oder 20 Jahren ihren Zweck erfüllen“, meint Schreier. Er selbst fährt täglich 160 Kilometer mit seinem 14 Jahre alten VW Passat.

„Viele zehnjährige Fahrzeuge sind noch gut in Schuss“, bestätigt Rolf Hamann, Abteilungsleiter Prüfwesen bei der Dekra-Niederlassung Rostock-Stralsund. Allerdings erwische manches betagte Auto der plötzliche „Elektro-Tod“ – schon der Ausfall eines kleinen elektronischen Bauteils kann schnell einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten.

Dass die zunehmend älteren Karossen ein Sicherheitsproblem darstellen, glaubt ADAC-Mann Schreier nicht. Die zweijährliche Hauptuntersuchung reiche aus, um rollende Zeitbomben aus dem Verkehr zu ziehen.

Auch die Zahl der echten, mindestens 30 Jahre alten Oldtimer, die das sogenannte Historienkennzeichen tragen dürfen, „hat unheimlich stark zugenommen“, sagt Dekra-Experte Hamann. Laut KBA stieg sie in MV von 2012 bis Anfang dieses Jahres von 1400 auf 2400 – ein Zuwachs von mehr als 70 Prozent. Ein Ende sei nicht in Sicht, so Hamann. Denn es rutschen immer mehr erschwingliche Alltagsautos aus den 1980er Jahren in den steuerbegünstigten Oldtimer-Status.

„Hobby und Werterhalt“ sind die Gründe für den Kauf eines Oldtimers, meint Ulrich Kettner aus Stäbelow bei Rostock, der bundesweit mit teils mehr als 100 Jahre alten Wagen und Motorrädern handelt.

Die Kundschaft aus MV wachse. „Das kommt jetzt langsam“, sagt Kettner. Potenziellen Anlegern würde er statt zu Wertpapieren zum Kauf von Trabis raten. „Davon gibt es nicht mehr viele, die werden sicher bald deutlich teurer“, glaubt Kettner.

Schleppend läuft dagegen der Absatz von Elektro- und Hybridautos – obwohl der Staat seit Mitte Mai bis zu 4000 Euro Kaufprämie zahlt. 42 neue Elektroautos wurden dieses Jahr von Januar bis August in MV zugelassen – gerade einmal sieben mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei den Hybridfahrzeugen waren es 326 – ein Plus von 130 Stück. Nicht gerade viel, insgesamt wurden in dieser Zeit 25260 Pkw im Nordosten neu zugelassen.

Vor allem die oft fehlenden Lademöglichkeiten erschweren die Akzeptanz der E-Autos. So plant beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in MV nach Angaben eines Sprechers derzeit nicht, Elektroautos in der Fahrzeugflotte einzusetzen. Die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro nutzt hingegen derzeit vier E-Autos sowie knapp 20 Fahrräder mit Elektrounterstützung. Bei Bedarf werde die Flotte mit E-Fahrzeugen erweitert.

Gerald Kleine Wördemann

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