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MV aktuell Altes Folterwerkzeug in Güstrow entdeckt
Nachrichten MV aktuell Altes Folterwerkzeug in Güstrow entdeckt
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00:05 16.07.2016

Archäologen haben in der Güstrower Altstadt einen ungewöhnlichen Fund aus dem Mittelalter gemacht – zwei Steine, die mit 14 Kilogramm schweren Ketten verbunden sind. Es könnte sich dabei um sogenannte Schand- und Lästersteine handeln, die wären für Mecklenburg wahrscheinlich ein Unikat.

Entdeckt in Güstrow: zwei Steine, die mit Ketten verbunden sind Quelle: Landesamt Für Denkmalpflege

Mit Lästersteinen sind im frühen Mittelalter Menschen bestraft worden, die schlecht über andere geredet, gezankt oder geflucht haben. Offenbar hat man dieses Laster vor allem Frauen zugeschrieben, denn viele Lästersteine zeigen auf den Außenseiten weibliche Abbildungen. Die schweren Steine sind dem Verurteilten an Ketten oder Riemen um den Hals oder über die Schultern gehängt worden.

Anschließend ist er so durch die Stadt geführt worden oder musste am Pranger stehen. In Güstrow befand sich der Pranger früher auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Im Auftrag des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege sind Archäologen in der Güstrower Altstadt gerade dabei, Bodendenkmäler zu bergen und zu dokumentieren. Gefunden wurden die zusammengeketteten Steine in der Schnoienstraße in der Nähe des Armsünderturms. In Letzterem soll sich einst die Folterkammer des Scharfrichters befunden haben, der mit seinem Henkersknecht im Anbau und im Nebenhaus wohnte.

OZ

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