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MV aktuell An der Müritz steppt der Bär
Nachrichten MV aktuell An der Müritz steppt der Bär
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00:01 28.10.2016

Sindi hat sich in ihrer Kuhle im bunten Herbstlaub eingerollt. Ein paar Schritte gegenüber, am Elektrozaun, steht ein Rentnerpaar mit seinen Enkeln und macht ein Foto nach dem anderen: für die Erinnerungen vom Ausflug in den Bärenwald Müritz. Die 26-jährige Braunbärin Sindi bringt 130 Kilogramm auf die Waage und war einst Attraktion bei der Landesgartenschau in Sindelfingen. Dann zog sie als zweiter Bär nach Stuer, eine Woche nach ihrem Bruder Lothar. Das war im Oktober 2006 – als der Bärenwald Müritz eröffnet wurde. Er ist eines von nur drei Freigehegen bundesweit, in denen Braunbären artgerecht gehalten werden.

Als sich die österreichische Tierschutzstiftung Vier Pfoten, die den Bärenwald Müritz betreibt, vor zehn Jahren für das Gelände am südlichen Ende des Plauer Sees entschied, war die Landschaft ausschlaggebend: hügelig, ein Bachlauf und vor allem ein dichter Mischwald. „Das ist optimal für unsere Bären, weil sie sich hier gut verstecken können“, sagt Chef-Tierpflegerin Sabine Steinmeier. In der Tat passiert es den Besuchern, dass sie lange durch den weiten Park streifen und keinen der derzeit 16 hier lebenden Bären zu Gesicht bekommen. Sicht-Garantie wie im Zoo gebe es nicht, meint Steinmeier. Mit acht Hektar Fläche startete der Park; 2011 wurde auf 16 Hektar vergrößert. Michal, der Dreibeinige aus Polen, der im Kampf ein Bein verlor. Katja, die einstige Zirkusbärin aus Nürnberg. Oder Otto, der seinen Namen dem Bürgermeister von Stuer verdankt. Alle gewichtigen Tiere eint, dass sie früher in engen Gehegen in Tierparks, Zoos oder privat untergebracht waren:

150 Quadratmeter, Gitterstäbe und Betonboden. Das ist in Stuer ganz anders.

Seit April wird im Eingangsbereich des Bärenparks gehämmert: Im März will der Verein Vier Pfoten seine Gäste mit einem neuen Gebäude empfangen. Es soll eine Bärenakademie als Umweltbildungsstätte geben, einen Indoorspielplatz und einen Boulevard der Region, der die Seenplatte erläutert. Zudem entstehen neue Sanitäranlagen und Büros. 3,7 Millionen Euro investieren Land und Stiftung.

9300 Menschen besuchten im Eröffnungsjahr 2006 die Bären in Stuer. Bis Oktober 2016 waren fast 680000 Menschen ins Freigehege gereist. Allein 2016 kamen schon 83000 Menschen.

Jana Schulze

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