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MV aktuell Angeklagt: Nachlasspfleger gibt Fälschung zu
Nachrichten MV aktuell Angeklagt: Nachlasspfleger gibt Fälschung zu
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00:25 20.02.2015

Im Untreue-Prozess gegen einen gerichtlich bestellten Betreuer in Neubrandenburg hat der Angeklagte die Vorwürfe bis auf einen Fall zurückgewiesen. „Ich habe in keiner Weise Untreue begangen“, sagte der Berufsbetreuer (54) gestern vor dem Amtsgericht Neubrandenburg.

Er räumte aber ein, eine Malerrechnung über rund 1400 Euro für die Wohnung einer betreuten alten Frau gefälscht zu haben. „Das war ein Riesenfehler“, sagte er. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Urkundenfälschung und Untreue in 109 Fällen vor. Er soll von 2008 bis 2013 von vier Mandanten, darunter eine 80-jährige Frau, regelmäßig Geld für sich abgezweigt haben. Der Gesamtschaden wird auf 22 000 Euro geschätzt.

„Ich bin seit 1992 Nachlasspfleger“, erklärte der Angeklagte, der bei Neubrandenburg lebt. Bis 2004 habe er gleichzeitig etwa 25 Betreuungsfälle gehabt, bei denen es keine Beanstandungen gab. Nach einer Gesetzesänderung 2004 sei die Arbeit aber nur noch mit Pauschalen vergütet worden. „Die Arbeitsbelastung stieg stark, meine Gesundheit wurde schlechter“, erklärte der 54-Jährige. Laut Anklage soll der Berufsbetreuer immer monatlich ein- bis zweimal Geld für die Betreuten von Banken geholt und entweder Teile davon oder die ganze Summe für sich behalten haben. Das Ganze sei bei routinemäßigen Überprüfungen aufgefallen.

Die 109 Auszahlungen habe es gegeben, sagte der Betreuer. Aber die Teilbeträge, die er einbehalten hätte, stünden auf Sammelquittungen. Die Staatsanwaltschaft bezweifelte die Rechtmäßigkeit der Arbeitsweise. Man könne sich nicht nachträglich von Demenzkranken Quittungen unterschreiben lassen. Untreue wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet. Der Prozess wird am 26. Februar fortgesetzt.



OZ

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