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MV aktuell Angeklagter beschuldigt Freundin
Nachrichten MV aktuell Angeklagter beschuldigt Freundin
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00:00 30.08.2013
Der Angeklagte Max L. (l.) und die mitange- klagte Tochter des Opfers, Elise L. (r.), im Landgericht von Stralsund. Quelle: dpa
Stralsund

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 59-Jährigen aus Butzow bei Anklam hat der Angeklagte gestern die mitangeklagte Tochter des Opfers der Tat bezichtigt. Der 29-Jährige sagte vor dem Stralsunder Landgericht, dass er sich nur an Schläge und Tritte erinnere, die er dem Mann am späten Abend des 30. September 2012 in dessen Haus zugefügt habe. An die tödlichen Messerstiche habe er keinerlei Erinnerungen. Vielmehr sei unmittelbar nach diesem Angriff seine Freundin — zugleich Tochter des Opfers — in das Haus gegangen. „Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, dass sie es war.“

Erstmals seit seiner Festnahme im Februar 2013 hat der wegen Mordes Angeklagte damit die 24-Jährige beschuldigt. Er sei erst jetzt mit der Sprache herausgerückt, weil er die Freundin habe schützen wollen. „Sie war wie eine kleine Schwester für mich.“ Die beiden Angeklagten verband seit sechs Jahren eine Freundschaft.

Das Gericht äußerte Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Erklärung. So habe der Angeklagte bereits Freunden erzählt, dass er der Täter sei. Auch habe er bei früheren Vernehmungen nach der Festnahme erzählt, dass er mit dem Messer auf das Opfer eingestochen habe. Rechtsmedizinische Gutachten hätten die vom Angeklagten geschilderten Details des Messerstiches objektiv bestätigt, sagte die Richterin. Die wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung angeklagte Tochter des Toten bezeichnete die Aussage des 29-Jährigen als „schockierend“. Sie habe am Tatabend das Grundstück nicht betreten, sondern im Auto auf ihren Freund gewartet.

Das Gericht hat bis Anfang November fünf weitere Prozesstermine anberaumt.

OZ

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