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Angeklagter fordert Todesstrafe

Stralsund/Bergen Angeklagter fordert Todesstrafe

Syrer wegen Tötung der Ehefrau vor Gericht / Teilgeständnis abgelegt

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Der angeklagte Mohamad A. (l.) mit seinem Pflichtverteidiger Michael Ohlendorf

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Stralsund/Bergen. Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 41-jährigen Frau in Bergen auf der Insel Rügen hat der Ehemann Mohamad A. die Tat indirekt eingeräumt. Der 54 Jahre alte Syrer gab gestern vor dem Landgericht Stralsund an, am 23. November 2016 mit seiner Frau in Streit geraten zu sein, nachdem diese ihm angedroht hatte, ihn zu verlassen. Im Streit sei er in die Küche gegangen und habe ein Messer geholt.

Der Mann ist angeklagt, seine ebenfalls aus Syrien stammende Frau in Bergen mit acht Messerstichen getötet zu haben. Ihm wird Totschlag vorgeworfen. Wie der Staatsanwalt vortrug, ist die Frau, nachdem sie durch Stiche in die Brust- und Bauchhöhle lebensgefährlich verletzt worden sei, noch auf die Straße geflüchtet, wo sie ihren Verletzungen erlag. Der Mann wurde dort mit dem Messer in der Hand festgenommen.

Auf die Frage, wer seine Frau getötet habe, sagte er ausweichend: „Ich war allein mit ihr in der Wohnung.“ Es sei eindeutig, was dort passiert sei. Erinnern könne er sich an den Ablauf jedoch nicht mehr. Vom Gericht forderte er ein „gutes Urteil“. Er wolle eine Todesstrafe haben. „Wenn ich mich weiter  daran erinnere, sterbe ich jeden Tag mehrere Tode“, begründete er seine Forderung.

Die Richterin erklärte ihm, dass es in Deutschland keine Todesstrafe gebe. „Ich wäre nicht Richterin, wenn wir die Todesstrafe hätten“, sagte sie. 

Das Ehepaar war mit seinen zwei minderjährigen Kindern im August 2014 nach Deutschland geflüchtet. Zwei größere Söhne im Alter von 17 und 22 Jahren, die ebenfalls mit der Familie die Flucht angetreten hatten, hätten die Reise abgebrochen und seien nach Syrien zurückgekehrt.

Berichten des Angeklagten zufolge, war es in der Vergangenheit zwischen ihm und seiner Frau mehrfach zu Auseinandersetzungen gekommen, weil er die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, für falsch gehalten habe. Er habe Syrien nur verlassen, um seine Frau zu behalten, sagte er. Zudem habe er nicht verstanden, dass seine Kinder ein zunehmend selbstständiges Leben in Deutschland führen wollten und dabei von seiner Frau unterstützt wurden. „Ich hatte das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu sein.“

OZ

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