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Angler mit Waffe bedroht?

Waren Angler mit Waffe bedroht?

Gegen Schlossherr Helmuth von Maltzahn wird wegen Nötigung ermittelt

Waren. Brisanter Vorwurf: Gegen Helmuth von Maltzahn, polnischer Honorarkonsul und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Mecklenburg, wird wegen des Verdachts der Bedrohung mit einer Waffe und der Nötigung ermittelt. Von Maltzahn soll in der vergangenen Woche drei Angler mit einem Jagdgewehr bedroht haben. „Wir ermitteln, weil die Angler Anzeige erstattet haben“, bestätigt Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler von der zuständigen Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Von Maltzahn soll das Trio für Einbrecher gehalten haben.

 

OZ-Bild

Freiherr Helmuth von Maltzahn aus Ulrichshusen

Quelle: Maciejewski

Laut dem Polizeibericht kehrten die Männer am frühen Donnerstagmorgen von einer Angeltour auf dem Ulrichhusener See (Mecklenburgische Seenplatte) zurück. An einer Badestelle wollten sie ihr Boot auf den Anhänger eines Transporters laden, als aus dem angrenzenden Wohnhaus ein Mann gelaufen gekommen sei – Helmuth von Maltzahn. Er sei bewaffnet gewesen und habe die Angler des wiederholten Diebstahls auf seinem Grundstück beschuldigt. Er glaubte, die Täter endlich gestellt zu haben. Um eine Flucht zu verhindern, habe er sie mit einer Waffe in Schach gehalten und dabei ihre Autoschlüssel an sich genommen. Anschließend sei er ins Haus zurückgegangen und habe die Polizei gerufen. Auch die Angler informierten die Polizei: Sie fühlten sich bedroht und wollten ihre Autoschlüssel wiederhaben.

Im Haus des Honorarkonsuls stellten die Beamten nach dem Vorfall elf Jagdwaffen sicher. Fraglich ist nun, ob von Maltzahn tatsächlich an einer öffentlichen Badestelle ein Jagdgewehr auf die drei Angler gerichtet hat und ob er einen Waffenschein besitzt, der das Führen von Waffen außerhalb der Jagd erlaubt. Der Beschuldigte wollte sich auf OZ-Anfrage nicht äußern. Im Falle einer Verurteilung droht Helmuth von Maltzahn vermutlich eine Geldstrafe. Theoretisch ist eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren möglich. „Aber das gilt nur für schwere Straftaten“, sagt Staatsanwalt Zeisler.

Die drei Angler vom Ulrichhusener See waren tatsächlich Angler. Sie hatten ihre Fischereischeine und gültigen Angelkarten für das Gewässer dabei – und kein Diebesgut.

Kerstin Schröder

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