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MV aktuell Angriff mit heißem Kaffee auf AfD-Politikerin Petra Federau
Nachrichten MV aktuell Angriff mit heißem Kaffee auf AfD-Politikerin Petra Federau
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00:05 20.05.2016
Dirk Lerche und Petra Federau am Wahlkampfstand in Schwerin. Hier wurde die Politikerin attackiert.

Der Staatsschutz ermittelt nach einem Übergriff auf einen AfD-Wahlkampfstand in der Schweriner Innenstadt. Ein zirka 25 Jahre alter Mann trat nach Angaben der Partei am Mittwochnachmittag gegen den Stand. Der kippte um, mitsamt einem Pappbecher, aus dem heißer Kaffee auf die Beine der umstrittenen AfD-Landtagskandidatin Petra Federau (46) verschüttet wurde. Die Politikerin rief die Polizei, der Stand-Treter verschwand.

„Wir ermitteln wegen fahrlässiger Körperverletzung“, sagt Polizeisprecherin Isabel´ Wenzel. Weil der Täter offensichtlich politische Motive hatte, übernahm die Abteilung für Staatsschutz. Federau wurde nach eigenen Angaben nicht verletzt. „Es tat aber sehr weh“, sagt sie. Später setzte sie ihren Wahlkampf fort, zusammen mit Dirk Lerche, der ebenfalls in den Landtag will, und Werner Kempf.

Alle drei sind Abgeordnete in der Schweriner Stadtvertretung.

Nach ihren Angaben stammte der Angreifer aus einer Gruppe von rund 15 Personen aus der linken Szene, die auf der anderen Straßenseite gegen die AfD-Wahlkämpfer protestierten. Laut Polizei-Sprecherin Wenzel gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass der Angreifer zu ihnen gehörte. Das hätte eine Befragung durch Polizisten ergeben.

Im Bundestagswahlkampf vor drei Jahren war Federau schon einmal überfallen worden – ein Mann schlug ihr im August 2013 mit der Faust ins Gesicht, ebenfalls an einem Wahlkampfstand in der Schweriner Innenstadt. Der Täter wurde später ermittelt und verurteilt. Anfang März dieses Jahres besprühten Unbekannte Federaus Haus in Schwerin großflächig mit dem Schriftzug „Alternative für Dummköpfe“. Im laufenden Landtagswahlkampf habe es bisher keine weiteren Attacken gegen die AfD gegeben, sagt Landessprecher Leif-Erik Holm.

Für Federau könnte der Wahlkampf bald vorbei sein: Am 28. Mai will ein Landesparteitag über die Streichung ihres Listenplatzes entscheiden. Anlass dafür sind Berichte über eine frühere Tätigkeit, zu denen sie jede Stellungnahme verweigert. Die 46-Jährige soll Frauen aus Deutschland für einen Escort-Service zur Prostitution in arabische Länder vermittelt haben, was sie gegenüber ihrer Partei verschwieg. Auf Nachfrage will sie sich zu nichts anderem als dem Vorfall an ihrem Stand äußern.

Federau ist neben Holger Arppe aus Rostock eine der zentralen Figuren des rechten Flügels im Landesverband. Die Pegida-Anhängerin argumentiert mitunter gleichlautend wie Rechtsextremisten: Sie warnt etwa vor einem angeblich durch die Regierung geplanten Austausch der Bevölkerung gegen Flüchtlinge („Umvolkung“) .

Landes- und Kreisverband gingen auf Distanz zu ihr. An der Basis habe sie aber noch viele Anhänger, meint Dirk Lerche. Bestimmte Kreise in der AfD versuchten schon lange, sie loszuwerden. Die Escort-Geschichte sei aus diesen Reihen gezielt an die Medien durchgestochen worden. Auch ihr Rausschmiss als Landesgeschäftsführerin sei Teil der Intrige, behauptet Lerche. Die beiden Landessprecher seien sich uneins bei der Personalie Federau: Holm halte zu ihr, Matthias Manthei nicht.

Gespaltene Partei

2 Personalfragen entscheidet die AfD MV am 28. Mai in Binz auf Rügen. Sie zeugen von einem tiefen Spalt in der Partei: Petra Federau soll von Platz 3 der Landtagswahlliste gestrichen werden, ein Abwahlantrag richtet sich gegen ihren wichtigsten innerparteilichen Gegner, Landessprecher Matthias Manthei. Laut Umfragen käme die AfD bundesweit derzeit auf 14 Prozent. Die jüngste Umfrage für MV sah sie Ende April bei 18 Prozent. Die Partei hat im Nordosten 320 Mitglieder.

Gerald Kleine Wördemann

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