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MV aktuell Immer mehr Hausbesitzer buchen private Wachdienste in MV
Nachrichten MV aktuell Immer mehr Hausbesitzer buchen private Wachdienste in MV
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13:03 10.10.2018
Aus Angst vor Einbrüchen investieren viele Menschen in MV in Sicherheitstechnik. (Symbolfoto) Quelle: Silvia Marks / dpa
Rostock

Der Nordosten rüstet auf – aus Angst, in den eigenen vier Wänden Opfer von Kriminalität zu werden: Mehr und mehr Wohnungs- und Eigenheimbesitzer in MV statten ihr Zuhause mit Alarmtechnik aus und engagieren sogar private Wachdienste. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl unserer privaten Kunden verhundertfacht“, sagt beispielsweise Jörg Hübner, Geschäftsführer der Rostocker Sicherheitsfirma ABS. Das Unternehmen ist das größte seiner Art in MV. Auch der

Bis vor einigen Jahren war ABS fast ausschließlich für gewerbliche Kunden im Einsatz: „Wir sichern Konzerte und Fußballspiele, Großveranstaltungen wie die Hanse Sail und auch Gewerbebetriebe“, so Hübner. Doch seit 2013 nehmen zunehmend auch Privatpersonen Hübners Dienste und die seiner 400 Mitarbeiter in Anspruch. Der Grund: Seit 2010 gab es landesweit Jahr für Jahr mehr Wohnungseinbrüche. Zählte das Landeskriminalamt im Jahr 2009 noch exakt 1263 Fälle, so waren es 2014 bereits 1530 – ein Plus von mehr als 20 Prozent. 2017 sank die Zahl zwar auf einen historischen Tiefstand, aber die Berichte über Einbruchserien wirken nach: „Die Polizei rät nach wie vor dazu, sein Zuhause zu sichern. Und die Menschen scheuen dafür auch keine Kosten mehr“, sagt Jörg-Peter Althaus, Geschäftsführer von Wiking Safe aus Schwerin und Landeschef des BDSW – des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft. Außerdem: „Häuser und Wohnungen werden immer wertvoller. Da gehen die Eigentümer auf Nummer sicher.“

ABS kommt mit Aufträgen kaum hinterher

ABS-Geschäftsführer Hübner spricht von einem anhaltenden Trend: „Jede Woche rüsten wir mindestens ein privates Haus mit Alarmtechnik aus und schließen es an unsere Alarmzentrale an. Wir kommen mit den Aufträgen kaum noch hinterher.“ Aus fünf, sechs privaten Kunden im Jahr 2013 sind mittlerweile 500 geworden. „Die Menschen haben ein höheres Sicherheitsbedürfnis als noch vor fünf Jahren. Sie leisten sich die Technik – und sie leisten sich unsere Dienste.“

Das bestätigt auch Uwe Wendorf, Geschäftsführer der Firma Exsiro aus Rostock: „Wenn Fremde – schlimmstenfalls Kriminelle – in eine Wohnung oder ein Haus einbrechen, dringen sie in das Allerheiligste der Betroffenen ein. Das ist für viele Menschen, das Schlimmste, das sie sich vorstellen können.“ Und: „Die Aufklärungsquote ist bei Einbrüchen sehr gering. Die Täter werden in den meisten Fällen nie zur Rechenschaft gezogen.“ Auch Exsiro habe mittlerweile „einige Hundert“ private Kunde. Genauer will Wendorf nicht werden. Aber auch bei ihm steige die Zahl der Kunden weiter. „Die Sicherheitstechnik ist auch deutlich günstiger geworden. Früher haben sie 10 000 Euro bezahlt, um eine Alarmanlage in einem Einfamilienhaus zu installieren. Heute gibt es gute Anlagen für 2500 Euro.“ Viele Eigentümer würden auch moderne Smart Home-Technik nutzen, bekommen den Alarm dann auf ihr Handy. „Wirklich Sinn macht eine Alarmanlage aber nur, wenn der Notruf bei einer Sicherheitsfirma aufläuft. Wir schicken dann Fachleute, die nach dem Rechten schauen – und alarmieren die Polizei.“ Dieser Service koste – wenn nichts passiert – um die 20 bis 25 Euro pro Monat.
Schäden bei Wohnungseinbrüchen in Mecklenburg-Vorpommern 2017 Quelle: Cassandra Voigt

Andreas Meyer