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Anschlag auf BVB-Bus: Fans, Vereine und Politik betroffen

Rostock/Dortmund Anschlag auf BVB-Bus: Fans, Vereine und Politik betroffen

Tatverdächtiger Islamist festgenommen / Zuschauer aus MV im Stadion

Rostock/Dortmund. Nach dem Anschlag auf den Bus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund hat die Polizei gestern einen Islamisten festgenommen. Bei dem Iraker und einem weiteren deutschen Verdächtigen seien die Wohnungen durchsucht worden, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler. Sie sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat. Durch die drei detonierten Sprengsätze am BVB-Bus wurden am Dienstagabend Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Zum Vorfall kursieren zwei unterschiedliche Bekennerschreiben. Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen galten gestern beim Nachholspiel zwischen Dortmund und dem AS Monaco in der Champions League.

In der Sportszene Mecklenburg- Vorpommerns löst der Angriff auf den BVB Entsetzen und Betroffenheit aus. Beim FC Hansa Rostock steuert Berufskraftfahrer Heiko Aschenbrenner seit Jahren den Bus. Er hat schon so einiges erlebt. „Aber was in Dortmund passiert ist, ist krass. Das macht mich sprachlos“, sagt der 51-Jährige. Wenn er das Drittliga-Team chauffiert, trifft er generell Sicherheitsvorkehrungen: „Wenn der Bus vor dem Hotel gestanden hat, drehe ich immer eine Runde und schaue mir das Fahrwerk genau an“, berichtet Aschenbrenner, der den Hansabus in Halle an der Saale auch mal durch einen Stein- und Flaschenhagel lenkte.

Rostocks Polizei-Chef Michael Ebert kündigte gestern an, auch das Sicherheitskonzept für das Risikospiel des FC Hansa am Sonnabend gegen Magdeburg zu überdenken: „Wir schauen uns nach dem Vorfall an, ob wir wirklich alles getan haben, um die Sicherheit zu gewährleisten.“ Ebert zollte den Fans im Dortmunder Westfalenstadion großen Respekt. Sie hätten vorbildlich und besonnen reagiert.

Zu diesen Anhängern gehörten am Dienstagabend auch einige Rüganer. Ein gutes Dutzend „Inselborussen“ hatte sich auf den Weg in das 700 Kilometer entfernte Westfalenstadion gemacht. „Wir hatten uns auf der Süd-Tribüne getroffen, um mit anderen Fan-Clubs über unser Sommerfest auf Rügen zu sprechen“, erzählt Jürgen Sander, Vorsitzender der „Inselborussen“. Über das Internet habe sie die Nachricht vom Anschlag schnell erreicht, sagt der Dransker. Weil viele Insulaner wieder zur Arbeit mussten, trat das Dutzend am Abend noch die Rückfahrt auf die Insel an.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte die Vorfälle aufs Schärfste: „Die Tat ist abscheulich und eine Form von Gewalt, wie sie so noch nicht vorgekommen ist.“ Den Sicherheitsbehörden lägen keinerlei Hinweise auf eine konkrete Gefährdung in MV vor, aber „selbstverständlich sind wir mit Bund und Ländern im ständigen Austausch“. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) spricht sich für einen entschlossenen Kampf gegen Gewalt aus: „Hass und Gewalt haben im menschlichen Zusammenleben keinen Platz, wir müssen ihnen tagtäglich mutig entgegentreten.“

Virginie Wolfram und Christian Lüsch

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