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MV aktuell Anwalt will Abfindung für früheren SS-Sanitäter
Nachrichten MV aktuell Anwalt will Abfindung für früheren SS-Sanitäter
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00:06 15.02.2018

Neubrandenburg. Das Justizverfahren gegen den früheren SS-Sanitäter aus der Nähe von Neubrandenburg wird mit einer Haftentschädigung für den 97-Jährigen zu Ende gehen. Das sagte sein Anwalt Peter-Michael Diestel in Zislow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), wo Diestels Kanzlei liegt. Die Abfindung für unschuldig erlittene Haft hatte zuvor das Landgericht Neubrandenburg genehmigt. Dem Mann, der als Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz tätig war, war Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen worden.

Ein Prozess  war 2017 an seinem schlechten Gesundheitszustand gescheitert. Im Zuge der Ermittlung hatte die Staatsanwaltschaft den Senior drei Wochen in Haft nehmen lassen. Für unschuldig erlittene Haft stehen Betroffenen 25 Euro Entschädigung pro Hafttag zu, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Damit würden dem einstigen Landarbeiter 600 Euro zustehen.

Ein Antrag sei gestellt, so Diestel. Man prüfe, inwieweit für Durchsuchungen Entschädigung nötig sei.

Dem Rentner wurde vorgeworfen, sich in die Lagerorganisation 1944 eingefügt und so die Vernichtung von Leben befördert zu haben. Die Verteidigung bestritt eine Schuld ihres Mandanten, der nur als Sanitäter für SS-Personal eingesetzt gewesen sei. Zwei Gutachter hatten dem Mann eine Demenzerkrankung bescheinigt.

W. Wagner

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